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Kulturarbeit, Theater - 12. November 2010 - Klaus Torsy

"Überlegungen sind abwegig, unbedacht und destruktiv"

Der Direktor des Deutschen Bühnenvereins, Rolf Bolwin, hat die geplanten Kürzungen der Stadt beim Theater Bonn scharf kritisiert. Bonn verspiele Zukunftschancen. Derzeitige Vorstellungen in Oper, Schauspiel und Tanz sind weitgehend ausverkauft.


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Kritisiert die Sparpläne der Stadt:
Rolf Bolwin. (Foto: Klaus Lefebvre)

"Solche Überlegungen sind abwegig, unbedacht und destruktiv." Mit diesen Worten hat der Direktor des Deutschen Bühnenvereins, Rolf Bolwin, die von der Bonner Stadtverwaltung geplante Kürzung der Zuschüsse für das Theater Bonn kritisiert. Bolwin reagierte damit auf Ankündigungen der Stadt, 3,5 Millionen Euro beim Intendantenvertrag ab der Spielzeit 2013/14 einsparen zu wollen.

Bei einer Kürzung in dieser Höhe drohe ein Personalabbau, der die Struktur des Theaters zutiefst beschädigen würde, so Bolwin. "Man fragt sich, was sich die Verantwortlichen der Stadt Bonn denken. Künstler, die mit ihrer gesamten Kraft die Leistungsfähigkeit des Theaters tragen, werden durch solche Kürzungspläne zur Abwicklungsmasse erklärt", erklärte er.

Zudem verspiele die Stadt Bonn mit der Konzentration der Haushaltskürzungen auf die Bereiche Kultur und Freizeit einen wesentlichen Teil ihrer Zukunftschancen. Dies gelte auch angesichts der massiven Kürzungen, die durch das Papier des früheren Bonner Kulturdezernenten Ludwig Krapf für die Privattheater und die freie Szene angekündigt wurden.

Das Theater Bonn selbst hatte angesichts der städtischen Sparpläne darauf hingewiesen, dass man mit "im deutschsprachigen Theaterraum einmaligen Einsparungen innerhalb der letzten 10 Jahre" habe umgehen müssen. Allein bei den Mitarbeitern wurden demnach 200 Stellen gestrichen und knapp 14 Millionen Euro pro Jahr eingespart.

Eine erneute Kürzung würde dazu führen, dass es ab 2013 kein Schauspiel mehr gibt – "für das prosperierende Bonn und seine kulturinteressierten Bürger eine desaströse Entwicklung, zumal 2008 bereits die eigene Tanzsparte im Zuge von Sparmaßnahmen abgeschafft wurde."

"Diese geplante Einsparung ist ein Armutszeugnis für eine Stadt dieser Größenordnung und besonders für Bonn als Geburtsstadt des großen Künstlers Ludwig van Beethoven", hatte Generalintendant Klaus Weise erklärt.



Aktuell großes Interesse an Oper, Schauspiel und Tanz

Passend dazu verbreitete Theater Bonn heute eine Mitteilung, wonach fast alle Vorstellungen der vergangenen Woche ausverkauft waren. Die Veranstaltungen in den Kammerspielen, in der Oper, in der Werkstatt und in Beuel hätten trotz verkaufsoffenem Sonntag nahezu 2.000 Besucher angezogen. Hinzu kamen zwei ausverkaufte Vorstellungen der brasilianischen Tanzcompagnie Grupo Corpo.

Dieser Trend setze sich fort: Die nächsten Vorstellungen von "Nathan", "Kaspar" und "Hedda Gabler"im Schauspiel, "Nussknacker" im Ballett, "Turandot" und "Carmen" in der Oper sind bereits so gut wie ausverkauft – ein Beleg für das große Interesse des Bonner Publikums an Oper, Schauspiel und Tanz.


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