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Kulturarbeit - 20. Mai 2011 - Klaus Torsy
Über eine halbe Million Euro weniger
Die Verwaltung legt eine Liste mit Kürzungen bei den Freien Kulturträgern vor, über die der Kulturausschuss beraten soll. Dezernent Schumacher: Keine Existenzgefährdung.
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Die Freien Träger der Kultur in Bonn müssen sich auf einschneidende Kürzungen bei der Förderung durch die Stadt einstellen.
Laut einer Beschlussvorlage, die am Donnerstag verbreitet wurde und über die der Kulturausschuss am 1. Juni beraten soll, wird die Förderung der Freien Szene gegenüber 2010 insgesamt um rund 575.000 Euro gekürzt. Für 2012 sieht der Plan weitere Einschnitte in Höhe von rund 114.000 Euro vor.
Vor einem Jahr hatte die sogenannte „Giftliste“ des damaligen Kulturdezernenten Ludwig Krapf drastische Einschnitte formuliert und als Diskussionsgrundlage für viel Wirbel gesorgt. Die Kürzungen der neuen Liste sollen im Rahmen des Haushaltsplans umgesetzt werden. Demnach erhalten die Freien für das Jahr 2011 rund 2,56 Millionen Euro, für 2012 sind rund 2,45 Millionen Euro vorgesehen.
Schumacher: Kein Rasenmäher-Prinzip
Laut Kulturdezernent Martin Schumacher wurde das "Rasenmäher-Prinzip" vermieden: "Die Kürzungen sind so bemessen, dass einige betroffene Einrichtungen zwar Einschränkungen hinnehmen müssen, sie werden damit aber nach Einschätzung der Verwaltung nicht in ihrer Existenz gefährdet“, kommentierte Schumacher die Pläne.
Manche Institutionen müssen nun ganz ohne städtische Förderung auskommen, wie das Pantheon, das nach 60.000 Euro im Jahr 2010 nun kein Geld mehr erhält. Gleiches gilt für das Haus der Springmaus, das von 48.000 Euro Fördergeld auf null fällt.
Auch das Museum Koenig und das Ägyptische Museum gehen fortan leer aus, die Zuschüsse für das Akademische Kunstmuseum entfallen ab 2012. Ebenso erhält der Trägerverein des Theater im Keller fortan kein städtisches Geld mehr. Gleiches gilt für den Arbeitskreis Orgelstadt Bonn.
Ebenfalls leer gehen künftig der Sängerkreis Bonn, die Europäische Musikakademie und der Kulturförderkreis Tannenbusch aus.
Während der Zuschuss für das inzwischen aufgelöste Haus der Sprache und Literatur von 70.000 (2010) entfällt, erhält der neue Verein Literaturhaus Bonn 50.000 (2011) bzw. 40.000 Euro (2012).
Der Zuschuss für das Frauenmuseum soll 2012 um ein Drittel gesenkt werden, da das Museum einen Förderantrag an den Landschaftsverband Rheinland gestellt hat.
Kürzungen und Weiterförderungen
Andere Einrichtungen können sich über eine mehr oder weniger unveränderte Weiterförderung freuen, wie etwa das Theater im Ballsaal, das Junge Theater Bonn, das Bonner Sommer Kino/Internationale Stummfilmtage und das Musiknetzwerk.
Auch die Rheinkultur, die bis Jahresbeginn auf der Kippe stand, kann nun mit 80.000 Euro wie im Vorjahr rechnen, für 2012 sind 75.000 Euro vorgesehen.
„Wir freuen uns, dass eine Kürzung, wie sie seit 2010 im Raum stand, vorerst abgewendet scheint“, zeigte sich Geschäftsführer Holger Jan Schmidt gegenüber Kultur-in-Bonn.de erleichtert. „Dass es 2012 - übrigens zu unserem 30. Jubiläum - etwas weniger werden soll, finden wir natürlich nicht gut, da wir eigentlich denken, dass die Veranstaltung für die Stadt noch viel mehr wert ist als das. Aber im Vergleich zum Damoklesschwert der 20.000 Euro ist die Kürzung um 5000 Euro natürlich das kleinere Übel.“
Grundsätzlich, so Schmidt, könne die Stadt aber auch in vielen Bereichen, die in die Produktion und Infrastruktur spielen, helfen. Kommunikation und Ergebnisse in diesen Bereichen seien allerdings durchaus verbesserbar.
Die Förderung für das Euro-Theater-Central und das Kleine Theater in Bad Godesberg laufen weiter, da der Haushaltsentwurf nicht das Gesamtkonzept zum Kulturstandort Bonn vorwegnehmen soll. Dieses Konzept wird aber erst Ende 2012 vorliegen. Der jetzige Entwurf soll den Kultureinrichtungen Planungssicherheit bis zum 31. Dezember 2012 verschaffen.
In den Jahren 2013 bis 2015 soll die Kulturförderung jeweils um 250.000 Euro pro Jahr gekürzt werden. "Diese Reduzierung wird vorgeschlagen, weil es oberstes Ziel der Verwaltung ist, für die kommenden Jahre einen Nothaushalt zu vermeiden und die Handlungsfähigkeit der Stadt insgesamt zu sichern", erklärte Schumacher.
Keine Kürzungen bei Beethoven
Erstmals hat die Kulturverwaltung im vorliegenden Entwurf den Bereich "Beethovenpflege" gebildet. Damit sollen die Leistungen, die die Stadt aufgrund von Vereinbarungen und der Satzung der Beethovenstiftung zur Pflege des Werks von Ludwig van Beethoven erbringt, von den freiwilligen Leistungen der "Kulturförderung Freie Träger" abgegrenzt werden.
Vereinbarungen bestehen dabei mit der Internationalen Beethovenfeste gGmbH und dem Verein Beethoven-Haus. Als freiwillige Leistung schlägt die Verwaltung zudem eine mögliche institutionelle Förderung des Vereins "Bürger für Beethoven" vor. Bis 2015 sollen pro Jahr insgesamt 1,87 Millionen Euro in die Beethovenpflege investiert werden.
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