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Kino, Kulturarbeit - 18. August 2010 - Klaus Torsy
Stumme Freunde finden Zulauf
Findet das Bonner Sommerkino im nächsten Jahr noch statt? Die aktuelle Unterstützungsaktion zum Erhalt des Festivals verzeichnet bereits einige Hundert Unterzeichner.
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Das Bonner Sommerkino läuft auf vollen Touren. Doch nicht nur über das cineastische Angebot im Arkadenhof der Universität freuen sich die Filmfreunde. Auch die Unterstützungsaktion des veranstaltenden Fördervereins Filmkultur Bonn e. V. verzeichnet wachsenden Zuspruch. Angesichts der geplanten Kürzungen seitens der Stadt Bonn im Bereich der freien Kulturszene fragt der Verein die Kinobesucher: Sollen wir verstummen?
Und diese Frage ist nicht etwa rhetorischer Natur. Schließlich sieht die Streichliste, die der Kulturdezernent im Frühjahr vorgelegt hat, nach der aktuellen jährlichen Unterstützung von 40.000 Euro für die nächsten drei Jahre insgesamt ganze 30.000 Euro Förderung für das Festival vor.
Bereits zur Halbzeit des Festivals zeigen sich die Veranstalter erfreut über den Zulauf zu ihrer Initiative. Laut Angaben des Vereins informieren sich jeden Abend zahlreiche Besucher am Infostand der Aktion, wie sie die Veranstaltung unterstützen können. Rund 600 haben sich dann auch gleich als "Stummer Freund" oder "Stumme Freundin" vor Ort oder im Internet registriert.
Seit Jahren verzeichnen die Stummfilmtage reges Publikumsinteresse. 2009 kamen über 20.000 Besucher zu den Filmabenden. "Was liegt näher, als dieses Publikum für die Veranstaltung sprechen zu lassen", so Sigrid Limprecht, Leiterin der Stummfilmtage. "Letztlich geht es doch darum, ob die Bürgerinnen und Bürger dieses Festival wollen. Es sind ja schließlich ihre Steuergelder, um die es geht."
Dass das Festival, das sich seit 1995 ausschließlich dem Stummfilm widmet, weit über die Grenzen der Stadt wirkt, zeigt die Liste der "Stummen Freunde": Darunter sind laut Veranstalter neben Adressen aus Bonn und Umgebung Orte aus ganz Deutschland und benachbarten Ländern wie den Niederlanden, Belgien und Frankreich.
Ein Kaugummi-Hof für alle
Die einzige unsichere Variable ist und bleibt – das Wetter. Sigrid Limprecht weiß von einer eingeschworenen Fangemeinde "von ein paar hundert Leuten, die sich durch kein Unwetter abhalten lassen". Doch das reicht nicht zum Erhalt des Festivals. "Wir können daher auch nicht mit Eintrittsgeldern kalkulieren, wie es uns in den letzten Tagen und Wochen immer wieder nahe gelegt wird", erklärt die Festivalchefin. "Ein verregneter Sommer und wir könnten dicht machen."
Spielt das Wetter mit, ist der Arkadenhof der Universität Bonn auch im laufenden Festival bis auf den letzten der insgesamt 1.560 Plätze besetzt. Allein zum Eröffnungsfilm "Metropolis" in der neu rekonstruierten Fassung konnten rund 800 Zuschauer aus Sicherheitsgründen nicht mehr eingelassen werden. Sigrid Limprecht: "Einen Kaugummi-Hof hätte ich mir gewünscht, den wir spontan aufblasen können, damit alle reinpassen."
Allein durch die positive Rückmeldung der Zuschauer fühlen sich die Veranstalter ermutigt, im nächsten Jahr weiterzumachen. Ob dies allerdings in der bisherigen Form im Arkadenhof der Universität geschehen kann, hängt für sie von der Entscheidung des Rats der Stadt im Herbst ab.
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