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Kulturarbeit - 25. März 2010 - Klaus Torsy
"Stetige Auslastung unwahrscheinlich"
Die Theatergemeinde Bonn ist besorgt wegen der geplanten Einsparungen im städtischen Kulturhaushalt und der Fixierung auf das Festspielhaus. Alternative Opernhaus.
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Der Vorstand der Theatergemeinde Bonn e. V. hat die vorherrschende kulturpolitische Auseinandersetzung um das geplante Festspielhaus Beethoven kritisiert. Zugleich begrüßte er die Bemühungen der Stadtverwaltung, offene Fragen zur Finanzierung und Rentabilität des Projekts zu klären.
"Wir halten es für unwahrscheinlich, dass sich die Zahl der Konzertbesuche in Bonn durch die Errichtung eines spektakulären Festspielhauses – selbst nach der Fertigstellung des WCCB – dauerhaft so steigern lässt, dass eine stetige Auslastung gewährleistet ist", erklärte die Vorsitzende Elisabeth Einecke-Klövekorn heute in Bonn.
"Angesichts der Konkurrenz von Konzertsälen in der Umgebung und der internationalen Reisetätigkeit berühmter Orchester", so Einecke-Klövekorn weiter, "dürfte der glückliche Umstand, dass Beethoven in Bonn zur Welt kam, dafür kaum hinreichen. Außerdem befürchten wir, dass eine einseitige Fixierung auf die Profilierung als Musikstadt die verfügbaren Mittel für andere Künste weiter einschränkt."
Wegen der schwierigen kommunalen Haushaltslage spricht sich der Vorstand für ein Gesamtkonzept zur kulturellen Substanzerhaltung aus und pocht auf die im Koalitionsvertrag der politischen Ratsmehrheit versprochene Erhaltung der Ensembles und Spielstätten des Schauspiels in Bad Godesberg und Beuel.
Seit 2003 habe allein das Theater Bonn Kürzungen von mehr als 15 Millionen Euro verkraften müssen. Sollten die Mittel für Oper, Schauspiel und Orchester bis 2013 um rund 4 Millionen Euro gekürzt werden, könnten die Leistungen für das Bonner Publikum nicht mehr auf qualitativ und quantitativ angemessenem Niveau erbracht werden, befürchtet die Theatergemeinde. Damit entfiele auch ein wichtiger Faktor für die kulturelle Bildung breiter Bevölkerungskreise.
Kahlschlag nicht akzeptieren
"Wir haben außerdem mit großer Sorge die Pläne zur Kenntnis genommen, die Mittel für die anderen Bonner Kultureinrichtungen bis 2013 ebenfalls um ca. 4 Millionen Euro zu kürzen", sagte Einecke-Klövekorn. "Insbesondere die privaten und freien Theater, die einen entscheidenden Beitrag zur Vielfalt und Lebendigkeit der Kultur in Bonn leisten, wären dadurch in ihrer Existenz bedroht. Einen Kahlschlag der Szene können wir nicht akzeptieren."
Nach Ansicht des TG-Vorstandes sollte der Vorschlag der Personalversammlung des Theaters Bonn ernsthaft diskutiert werden, das sanierungsbedürftige Opernhaus durch einen hochwertigen Neubau zu ersetzen oder so umzugestalten, dass dort "in idealer Lage am Rhein und nahe am Stadtzentrum" Räume für Konzerte, Tanz und Musiktheater entstehen.
Ein solches Haus könnte, so die Theatergemeinde, Beethovenfest und Oper unter einem Dach vereinen, das ganze Jahr hindurch bespielt werden und damit die finanziellen Risiken für die Stadt vermindern.
Die Pflege des großen Erbes Beethoven sei eine nationale Aufgabe, die allein aus dem städtischen Haushalt nicht erfüllt werden könne und entsprechender Unterstützung bedürfe. Vielmehr könnten sich die in Bonn ansässigen großen Wirtschaftsunternehmen international auch mit einem Gebäude hervortun, das weltweite Ausstrahlung beipielhaft mit einem hohen Stellenwert für die kulturelle Grundversorgung der Menschen in Bonn und der Region verbinde.
Mit rund 9.000 Mitgliedern ist die Theatergemeinde Bonn e. V. eine der bundesweit größten gemeinnützigen Besucherorganisationen und der größte Bonner Kulturverein.
Anfang dieser Woche hatte die Stadtverwaltung ihre Absicht bekräftigt, vor einer Entscheidung zum Festspielhaus zunächst alle finanziellen Fragen ausleuchten zu wollen. Der Verein der Festpielhaus-Freunde hatte zuvor von einer "Giftliste" der Verwaltung gesprochen, um das neue Konzerthaus zu verhindern.
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