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Kulturarbeit, Musik - 12. Januar 2010 - Klaus Torsy
Stadt will keinen "politischen Preis"
Stadtdirektor Kregel: Seriös berechnete Kosten sind unverzichtbare Voraussetzung für politische Zustimmung zum Festspielhaus. Kostenaufstellung von Witt berücksichtige nicht alles.
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Was die möglichen Kosten des geplanten Festspielhauses Beethoven angeht, will die Stadt Bonn nach eigenem Bekunden alle Faktoren berücksichtigen. In einer heute verbreiteten Mitteilung heißt es dazu, man werde "die abschließende politische Entscheidung des Rates zum Festspielhaus nur auf der Grundlage einer seriös berechneten, alle Kostenaspekte berücksichtigenden Finanzplanung treffen".
Dazu gehöre auch die Abwägung der Kostensituation mit und ohne Beethovenhalle. Die von Musikmanager Karsten Witt in der Presse aufgemachte Rechnung sei zwar, so Stadtdirektor Volker Kregel, eine Zahlenkonstruktion, an der vieles richtig, aber noch nicht alles berücksichtigt worden sei.
Demnach sind zuvor noch einige offene Fragen zu klären. Als Beispiel nannte Kregel die Finanzierung des Beethovenfestes jenseits des städtischen Anteils. Auch die vom Land Nordrhein-Westfalen in Aussicht gestellte eine Million Euro pro Jahr für das Festspielhaus sei lediglich für vier Jahre zugesichert, stände aber jährlich unter Haushaltsvorbehalt und soll auch nur zur Finanzierung spezieller Musik-Projekte ausgegeben werden. Das sei keine "sichere Bank".
Zudem gebe es eine Reihe von Positionen, die in der Witt-Bilanz noch nicht berücksichtigt seien. So fehlten etwa die Ausstattung, die Umfeldgestaltung und die aktualisierte Bauunterhaltung für das Festspielhaus, die Finanzierung der Übergangsspielstätte während der Bauzeit und die Miete für die neuen Konzertsäle, die bei der Nutzung durch das Beethoven-Orchester Bonn und das Beethovenfest anfallen.
Zwar unterstütze die Stadt Witts Position, dass die Betreiberstiftung mit ihrem Geld auskommen müsse. Gleichwohl dürfe kein Wirtschaftsplan seitens der Stiftung zulasten der Stadt Bonn verabschiedet werden. Kregel mahnte außerdem an, dass die Finanz-Konstruktion "belastbar" geprüft werden müsse, wonach die Stiftung an die Objektgesellschaft zum Bau des Festspielhauses jährlich Miete zu zahlen habe, die wiederum als Sponsoring entsprechend jährlich an die Stiftung zurückfließen soll.
Keinesfalls werde die Stadt einen "politischen Preis" beim Festspielhaus akzeptieren, so Kregel. "Wir wollen klare, nachvollziehbare Zahlen. Darauf haben Bürgerschaft, Rat und Verwaltung einen Anspruch."
Der Musikmanager und Projektbeauftragte der Telekom, Karsten Witt, hatte zu Beginn des Jahres im "General-Anzeiger" erklärt, dass der Erhalt der Beethovenhalle die Stadt Bonn jährlich mehr als 2 Millionen Euro kosten würde, also doppelt so viel als bisher angenommen. Dieser Betrag wäre hauptsächlich Wasser, Strom und Heizung fällig – der Bauunterhalt sei noch nicht eingerechnet. Ein seriöse Schätzung des jährlichen Finanzbedarfs der Beethovenhalle müsse also deutlich höher angesetzt werden.
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