Logo Kultur-in-Bonn.de
Anzeige
Kulturarbeit, Musik - 12. Januar 2010 - Klaus Torsy

Stadt will keinen "politischen Preis"

Stadtdirektor Kregel: Seriös berechnete Kosten sind unverzichtbare Voraussetzung für politische Zustimmung zum Festspielhaus. Kostenaufstellung von Witt berücksichtige nicht alles.


Anzeige



KIB_IMG_8735_288_06.jpg

Zankapfel Beethovenhalle.

Was die möglichen Kosten des geplanten Festspielhauses Beethoven angeht, will die Stadt Bonn nach eigenem Bekunden alle Faktoren berücksichtigen. In einer heute verbreiteten Mitteilung heißt es dazu, man werde "die abschließende politische Entscheidung des Rates zum Festspielhaus nur auf der Grundlage einer seriös berechneten, alle Kostenaspekte berücksichtigenden Finanzplanung treffen".

Dazu gehöre auch die Abwägung der Kostensituation mit und ohne Beethovenhalle. Die von Musikmanager Karsten Witt in der Presse aufgemachte Rechnung sei zwar, so Stadtdirektor Volker Kregel, eine Zahlenkonstruktion, an der vieles richtig, aber noch nicht alles berücksichtigt worden sei.

Demnach sind zuvor noch einige offene Fragen zu klären. Als Beispiel nannte Kregel die Finanzierung des Beethovenfestes jenseits des städtischen Anteils. Auch die vom Land Nordrhein-Westfalen in Aussicht gestellte eine Million Euro pro Jahr für das Festspielhaus sei lediglich für vier Jahre zugesichert, stände aber jährlich unter Haushaltsvorbehalt und soll auch nur zur Finanzierung spezieller Musik-Projekte ausgegeben werden. Das sei keine "sichere Bank".

Zudem gebe es eine Reihe von Positionen, die in der Witt-Bilanz noch nicht berücksichtigt seien. So fehlten etwa die Ausstattung, die Umfeldgestaltung und die aktualisierte Bauunterhaltung für das Festspielhaus, die Finanzierung der Übergangsspielstätte während der Bauzeit und die Miete für die neuen Konzertsäle, die bei der Nutzung durch das Beethoven-Orchester Bonn und das Beethovenfest anfallen.

Zwar unterstütze die Stadt Witts Position, dass die Betreiberstiftung mit ihrem Geld auskommen müsse. Gleichwohl dürfe kein Wirtschaftsplan seitens der Stiftung zulasten der Stadt Bonn verabschiedet werden. Kregel mahnte außerdem an, dass die Finanz-Konstruktion "belastbar" geprüft werden müsse, wonach die Stiftung an die Objektgesellschaft zum Bau des Festspielhauses jährlich Miete zu zahlen habe, die wiederum als Sponsoring entsprechend jährlich an die Stiftung zurückfließen soll.

Keinesfalls werde die Stadt einen "politischen Preis" beim Festspielhaus akzeptieren, so Kregel. "Wir wollen klare, nachvollziehbare Zahlen. Darauf haben Bürgerschaft, Rat und Verwaltung einen Anspruch."

Der Musikmanager und Projektbeauftragte der Telekom, Karsten Witt, hatte zu Beginn des Jahres im "General-Anzeiger" erklärt, dass der Erhalt der Beethovenhalle die Stadt Bonn jährlich mehr als 2 Millionen Euro kosten würde, also doppelt so viel als bisher angenommen. Dieser Betrag wäre hauptsächlich Wasser, Strom und Heizung fällig – der Bauunterhalt sei noch nicht eingerechnet. Ein seriöse Schätzung des jährlichen Finanzbedarfs der Beethovenhalle müsse also deutlich höher angesetzt werden.



Diesen Artikel bookmarken:  
twitter.com  facebook.com  Mister Wong  LinkaARENA  StudiVZ.de  MySpace.com  Technorati  oneview  del.icio.us  google.com  YahooMyWeb  live.com  digg.com  MyLink.de  Webnews  YiggIt  Folkd  stumbleupon.com  Reddit  

Artikel per eMail weiterempfehlen
Anzeige
Alle Termine einer Veranstaltungsreihe:
Kalenderübersicht >>      Ticketshop >>
Anzeige

Nachrichten

Theater, Musik - 21.05.12
Vorverkauf für die Opernspielzeit angelaufen
KIB_IMG_8620_242_14.jpg
Tickets sind ab sofort im Internet, telefonisch und an der Theaterkasse zu haben. Erste Premiere Anfang September.

Sonstiges, Ausstellung - 21.05.12
Kunstmuseum: Dach wird saniert
KIB_IMG_8642_250_20.jpg
Heute beginnt die Sanierung des Sheddachs für rund eine Million Euro. Der Betrieb in den Ausstellungsräumen geht weiter.

Kulturarbeit - 18.05.12
8,2 Millionen Euro mehr für Bonn
KIB_IMG_8798_314_37.jpg
Nach der jüngsten Steuerschätzung rechnet die Kämmerei mit positiven Effekten für den aktuellen Doppelhaushalt 2011/2012 inklusive der Finanzplanung 2013 bis 2015.

Kulturarbeit - 18.05.12
Keine zusätzlichen Mittel
Logo_Kultur-kib_02.jpg
Die Runden Tische zum Kulturkonzept legen erste Zwischenergebnisse vor. Kulturdezernent Schumacher: Kulturschaffende wollen Angebote erweitern, Stadt verfügt jedoch über keine entsprechenden Finanzmittel. Bürger können Ergebnisse im Internet kommentieren.

Musik - 16.05.12
300 Stimmen für „Luther in Worms“
Luther_in_Worms_kib.jpg
Mit dem großen spätromantischen Oratorium von Ludwig Meinardus wird die Musikwoche zur Feier der Lutherdekade in der Kreuzkirche feierlich eröffnet. Ein Projekt zum Mitsingen für Sängerinnen und Sänger zwischen 15 und 60 Jahren.

Anzeige

Magazin

Themen, Kritiken & Berichte
Kritik: Kino
Der Fischer und seine Frau
„Lachsfischen im Jemen“ hat eine hübsche Grundidee, lässt allerdings einiges von ihrem komischen Potenzial liegen. Regisseur Lasse Hallström lenkt die Geschichte lieber ins sichere Fahrwasser einer romantic comedy. Die gute Besetzung hilft über Schwachstellen hinweg.

Thema: Musik, Kulturarbeit
Festival-Zuschauer mit eigenem Aschenbecher
RHEINKULTUR_2011-kib_01.jpg
Ob Gartenparty oder Musikfestival: Mit dem neuen Wettbewerb Green Spots sucht der Bonner Verein Sounds for Nature Foundation Videoclips zum Thema umweltfreundliches Feiern.

Kritik: Kino
Dick und Doof
In „21 Jump Street“ erleben zwei verdeckt ermittelnde Jung-Cops die Schulzeit noch einmal und stolpern durch die Fettnäpfchen der nächsten Teenager-Generation. High-School-Komödie mit stark schwankender Gag-Qualität.

Kritik: Kino
Kierkegaard und Maradona
„Superclassico“ spielt kurz in Kopenhagen und lange in Buenos Aires. Mit Fußball hat die dänische Komödie nur am Rande zu tun. Ehe-, Scheidungs- und Selbstfindungsprobleme bilden die Folie für eine recht amüsante Geschichte.

Kritik: Kino
Action in Windeln
Robert Rodriguez hat sich mit schrägen Action-Thrillern von „El Mariachi“ bis „Planet Terror“ einen Namen gemacht. Die Zielgruppe seines neuen Films „Spy Kids 4D“ sind indes Kinder und Familien.

Anzeige
Anzeige