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Kulturarbeit - 02. Dezember 2010 - Klaus Torsy
Schumacher will "Kultur für alle"
Der neue Kulturdezernent hat sein Amt angetreten. Ein Kulturkonzept soll Klarheit verschaffen, welchen Stellenwert Kultur in der Bundesstadt zugemessen wird.
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Bonn hat nun offiziell einen neuen Kulturdezernenten. Heute stellte Oberbürgermeister Jürgen Nimptsch mit Martin Schumacher den Nachfolger von Ludwig Krapf vor, der in den Ruhestand gewechselt war. Mit Blick auf seine ersten Eindrücke der Kulturlandschaft Bonns sprach Schumacher von einem "immer wieder überraschenden Angebot".
Angesichts von Sparzwängen und daher rührenden intensiven öffentlichen Diskussionen stellte Schumacher heraus, wie wichtig ein umfassendes Kulturkonzept für die Stadt sei. Ausschlaggebend für dessen Tragfähigkeit sei zunächst eine klare Vision darüber, welchen Stellenwert Kultur in Bonn haben und wohin sich die Kultur in den nächsten fünf bis zehn Jahren entwickeln solle.
Dementsprechend möchte Schumacher zunächst die Rahmenbedingungen klären, bevor es an die Detailarbeit geht und die Perspektiven beispielsweise der Beethovenhalle oder von Theater Bonn geklärt werden. "Viele sollen miteinander sprechen, wie tragfähige Konzepte gestaltet werden können", stellte Schumacher fest und machte damit klar, dass er vor allem auch auf die Kommunikation aller betroffenen Institutionen und Personen setzt.
Dies gelte auch für herausragende und umstrittene Projekte wie das Festspielhaus oder die Gestaltung des Beethovenjahres 2020 in der Bundesstadt. "'Kultur für alle' lautet mein Credo", so Schumacher. Doch erst wenn die Konzepte entwickelt seien und Konsens darüber herrsche, könne man sich weiteren Fragen zuwenden wie etwa der Suche nach Sponsoren.
Darüber hinaus stellten Schumacher und Nimptsch unisono klar, dass es auch über das kulturelle Profil der Stadt gelte, für Bonn auf internationalem Parkett zu werben. Schließlich wachse Europa über die Künste zusammen, dem kulturellen Austausch komme daher eine besondere Bedeutung zu.
Qualität, Relevanz, Nachhaltigkeit
Mit Blick auf die Einsparungen bei der freien Kulturszene erklärte Schumacher, nach dem letzten Ratsbeschluss herrsche ein "Moratorium" bei den Kürzungen. Auch wenn der Rat dies bis Mitte nächsten Jahres angesetzt habe, sei es nach seiner Einschätzung "realistisch", bis Ende 2011 davon auszugehen.
Gleichwohl müsse das neue Kulturkonzept auch hier ansetzen und alle Kultur-Angebote hinsichtlich ihrer Qualität, Relevanz und Nachhaltigkeit auf den Prüfstand bringen. Für einige Institutionen könnte es dann also eng werden.
Dass die Erstellung eines umfassenden Kulturkonzeptes keine leichte Aufgabe ist, darüber ist sich Schumacher im Klaren. Schließlich gelte es, den Konsens sowohl zwischen den Kulturinstitutionen als auch zwischen den politischen Akteuren herzustellen. "Das Konzept wird meine ganze Kraft in den nächsten beiden Jahren erfordern", stellte Schumacher fest.
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