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Kulturarbeit - 16. April 2010 - Klaus Torsy
Satte Zahlen
Eine überwältigende Mehrheit der Bonner Bevölkerung möchte an wichtigen Entscheidungen beteiligt werden. Nimptsch: "Klarer Handlungsauftrag."
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Das Institut für Evaluation und Methoden (ZEM) der Universität Bonn unter Leitung von Professor Georg Rudinger hat im Auftrag der Stadt Bonn die Einstellung zu mehr Bürgerbeteiligung untersucht. Nach den ersten Ergebnissen vor wenigen Tagen sprechen die nun vorgestellten Zahlen eine eindeutige Sprache.
Laut Angaben der Verwaltung stehen danach 93 Prozent der Befragten den Plänen der Stadt, sie verstärkt an Entscheidungen zu beteiligen, positiv gegenüber. 90 Prozent sprechen sich für den Weg der Bürgerbefragung aus, 95 Prozent würden auch teilnehmen. Ebenfalls bemerkenswert aus Sicht des ZEM: Allein die Bereitschaft, für ein Interview zur Verfügung zu stehen, war mit 26 Prozent vergleichsweise hoch.
"Das sind satte Zahlen", fasste Rudinger die hohen Quoten zusammen. Weil sich deutlich mehr Beteiligte dafür ausgesprochen haben, bei einer Bürgerbeteiligung mitzumachen als zur Wahlurne gehen, zog Oberbürgermeister Jürgen Nimptsch das vorläufige Fazit: "Mit Bürgerbeteiligung scheint man mehr Menschen zu erreichen als mit Wahlen."
Mit dem Vorsitzenden des Ausschusses für die Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger, Bürgermeister Helmut Joisten, war Nimptsch sich einig, dass das Ergebnis der Vorstudie jetzt politisch vom Ausschuss bewertet werden müsse. Die Erkenntnisse seien ein "klarer Handlungsauftrag", der zügig umgesetzt werde.
Als wichtigste Themen, bei denen die Bonner mitreden möchten, stellten sich heraus: das Festspielhaus Beethoven, Schulen und (Weiter-)Bildung, Verkehrsinfrastruktur für den Individualverkehr, städtische Finanzen und das Konferenzzentrum.
Das ZEM hatte, so die Verwaltung, 237 Bonnerinnen und Bonner ausführlich befragt, wobei alle Fragen offen gestaltet waren und keine Antworten nahegelegt oder zur Auswahl gestellt wurden. Das Institut achtete auch darauf, dass die Bürgerschaft in allen Facetten erfasst wurde.
Die Angerufenen waren zwischen 17 und 91 Jahren alt, gut zehn Prozent der Interviews konnten mit ausländischen Mitbürgern oder solchen mit Migrationshintergrund geführt werden, einige davon in der jeweiligen Muttersprache. Ebenso wurden verschiedene Bildungsgänge und die Zeit berücksichtigt, seit der die Befragten in Bonn leben, sowie die Größe des jeweiligen Haushalts.
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