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Kulturarbeit - 21. April 2010 - Klaus Torsy

Ohne Alternative

Nimptsch zur Festspielhaus-Entscheidung: "Schwierigste Haushaltslage der letzten Jahrzehnte." Stadt will zugesagte Stiftungsgelder sichern. Neues Kulturkonzept und Investitionen für Jugend und Bildung.


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"Alternativlos" haben Bonns Oberbürgermeister Jürgen Nimptsch und Stadtdirektor Volker Kregel das Ergebnis des heutigen Spitzengesprächs bezeichnet. "Die Stadt durchleidet die schwierigste Haushaltslage der letzten Jahrzehnte", erklärte Nimptsch. "Die gebotenen Sparmaßnahmen muten den Bürgerinnen und Bürgern eine Menge zu. Alle müssen wieder lernen, auf selbstverständlich gewordene öffentliche Dienstleistungen zu verzichten. Dies ist ein schmerzhafter Prozess."

Gemeinsam mit den Vorstandsvorsitzenden der Hauptsponsoren für das geplante Festspielhaus Beethoven war die Stadtspitze zu der Überzeugung gelangt, die Pläne vorläufig auf Eis zu legen. Über die Entscheidung wurden heute auch die Mitglieder des Rates der Stadt Bonn schriftlich informiert.

In dieser Situation, so Nimptsch weiter, sei es vermittelbar, ein wichtiges Kulturprojekt, das Festspielhaus in Beethovens Geburtsstadt, aufzuschieben, das dadurch nichts an seiner Bedeutung für die Beethovenstadt verloren habe. Im Gegenteil: Die gewonnene Zeit biete der Stadt eine neue Chance, ein neues Gesamtkonzept für den Kulturstandort Bonn unter Einbeziehung der Region zu entwickeln.

Nimptsch und Kregel dankten den Sponsoren für ihre Bereitschaft, sich für den Ausbau Bonns als Bildungsstadt mit sozialem Profil vor allem für Familien und Kinder einsetzen zu wollen. Ebenso hoben sie das Engagement und den hohen finanziellen Einsatz hervor, mit dem die Planung des Festspielhauses gefördert worden sei.


Vorschläge schon für die nächste Ratssitzung

Die heutige Entscheidung sorgt zunächst für grundsätzliche Klarheit, macht zugleich aber auch zügiges Handeln erforderlich. Wie zum Beispiel könnte das künstlerische Erbe Beethovens trotz der heutigen Entscheidung angemessen in seiner Geburtsstadt bewahrt und gefeiert werden? Was soll mit den Stiftungsgeldern geschehen, die von Bund, Land, Kreis und Sparkasse zugesagt wurden?

Bereits für die nächste Sitzung des Rates am 26. April will die Verwaltung hierzu dem Rat politische Aufträge vorschlagen: für ein neues städtisches Kulturkonzept, ebenso für ein nationales Konzept mit Bund und Land für die 2020 beginnende Beethovendekade anlässlich des 250. Geburtstags des Komponisten – unter Einbeziehung der Festspielhaus-Idee. Außerdem sollen Vorschläge für die in Aussicht gestellten Investitionen für Jugend und Bildung gemacht werden.

Zugleich sprachen OB und Stadtdirektor den Förderern der Festspielhausidee heute Mut zu: "Den Freunden des Festspielhauses, deren Enttäuschung über den Aufschub wir verstehen können, versichern wir, dass sich die Stadt diesem Projekt weiterhin verpflichtet weiß", erklärten Nimptsch und Kregel unisono. "Wir werden auch bei der Bundesregierung um Verständnis für unsere aktuelle Haltung werben und sie bitten, die von ihr zur Pflege des Erbes Beethoven in der Bundesstadt Bonn für eine Stiftung zur Verfügung gestellten 39 Millionen Euro weiterhin bereit zu halten."

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