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Kulturarbeit, Theater, Musik - 15. November 2010 - Klaus Torsy
Kulturstandort lebt von Vielfalt
Der Verein der Festspielhausfreunde wendet sich gegen Kürzungen beim Schauspiel und fordert ein Konzept für alle kulturellen Einrichtungen in der Bundesstadt. Nur ein Festspielhaus sichere auf Dauer die Qualität des Beethovenfestes.
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Unterwegs auf einer "Geisterfahrt" wähnt der Verein "Fest.Spiel.Haus.Freunde e.V." die Bonner Kulturpolitik. Vor dem Hintergrund der Einsparungen beim Schauspiel fordert der Verein ein umfassendes Kulturkonzept seitens der Stadt.
"Erst wenn ein tragfähiges Konzept für alle kulturellen Einrichtungen, von der Musik über Theater, Oper, Kabarett, Museen und Bibliotheken vorliegt, kann man seriöserweise Prioritäten setzen und über notwendige Einsparungen diskutieren", erklärte Monika Wulf-Mathies, Vorsitzende des Vereins, heute in einer Pressemitteilung.
Die Festspielhausfreunde betonen, dass Bonn als großer Dienstleistungsstandort auch kulturell eine kreative und lebendige Stadt bleiben müsse, damit die Unternehmen im internationalen Wettbewerb weiterhin gute Mitarbeiter gewinnen und halten könnten. Die Attraktivität als Kulturstandort lebe von der Vielfalt der künstlerischen Aktivitäten. Auf Sprechtheater zu verzichten, hieße einen zentralen Kern von Literatur und Bildung einfach abzuschreiben.
"Intelligentes Sparen setzt eine Vision voraus, die der Vielfalt von Kunst und Kultur gerecht wird und gleichzeitig spezifische Akzente setzt", so Wulf-Mathies. Dabei gelte es auch, die Chancen zu nutzen, die das Profil Bonns als Beethovenstadt stärken und damit die kulturelle Ausstrahlung der Stadt insgesamt förderten.
In diesem Zusammenhang sei es "unverantwortlich, ein privatwirtschaftlich finanziertes Beethoven-Festspielhaus abzulehnen, das allein auf Dauer die Qualität des Beethovenfestes sichert, und damit Gelder auszuschlagen, die nicht für andere kommunale Zwecke zur Verfügung stehen."
Nach dem vorläufigen Aus für das Festspielhaus im Frühjahr und zahlreichen geplanten Kürzungen in der freien Kulturszene hatte die Stadt Bonn in der vergangenen Woche angekündigt, beim Intendantenvertrag des Schauspiels ab 2013 jährlich 3,5 Millionen Euro einsparen zu wollen. Laut Einschätzung von Theater Bonn bedeuteten diese Pläne das Ende des Schauspiels in der Bundesstadt.
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