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Kulturarbeit - 14. April 2010 - Klaus Torsy

Kölner sanieren ihr Schauspielhaus

Der Rat der Domstadt folgt auf einer Sondersitzung dem Bürgerbegehren "Rettet das Schauspielhaus". Abriss ist damit vom Tisch.


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Das Kölner Schauspielhaus soll, wie auch das Opernhaus, umfangreich saniert werden. Das hat der Rat der Stadt Köln auf seiner Sondersitzung gestern Abend beschlossen. Das Stadtparlament entsprach damit den Forderungen eines Bürgerbegehrens, das sich gegen den ursprünglich vom Rat am 17. Dezember 2009 beschlossenen Neubau des Schauspielhauses gewandt hatte.

Nach mehr als drei Stunden Ratssitzung nahm der Rat mit den Stimmen der Fraktionen von CDU, Grünen, Die Linke, Pro Köln sowie "Freien Wähler Köln" und "Deine Freunde" das Bürgerbegehren an. SPD und FDP lehnten das Bürgerbegehren ab und plädierten weiterhin für einen Neubau des Theaters.

Mit der Annahme des Bürgerbegehrens werden alle bisherigen Pläne und Entscheidungen für den Neubau des Schauspielhauses und die Sanierung der Oper ungültig. Die Stadt Köln muss jetzt eine Machbarkeitsstudie zur Sanierung veranlassen.

An deren Ende soll eine moderne, zukunftstaugliche Spielstätte stehen. Oberbürgermeister Jürgen Roters will nun einen "runden Tisch" einrichten. Neben der Stadtverwaltung sollen hier unter anderem die Intendanten von Oper und Schauspiel, die Bürgerinitiative zum Erhalt des Schauspielhauses, der Personalrat der Bühnen sowie andere relevante Gruppen beteiligt werden.

Für die Erarbeitung der Machbarkeitsstudie stellt die Verwaltung 1,3 Millionen Euro zur Verfügung. Sie prüft die Machbarkeit und die Realisierungsbedingungen und kalkuliert die groben Kosten einschließlich der Folgekosten für die verschiedenen Sanierungsvarianten, insbesondere die Hauptvarianten der Initiatoren des Bürgerbegehrens und die Variante der Schauspielintendantin.

Neben dem Neubau des Schauspielhauses waren auch die Sanierung des Opernhauses, des externen Produktionszentrums und des externen Orchesterprobesaals unter Verzicht auf Ballettproberäume vorgesehen. Die kalkulierten Kosten beliefen sich laut Verwaltung zuletzt auf geschätzte knapp 290 Millionen Euro – nach ursprünglich veranschlagten 230 Millionen Euro.

Dagegen richtete sich ein Bürgerbegehren, über das der Rat nun entscheiden hat. Vertreter des Bürgerbegehrens "Rettet das Schauspielhaus" hatten OB Roters nach eigenen Angaben rund 30.500 Unterschriften übergeben, von denen 23.288 laut Verwaltung gültig waren. Damit war das erforderliche Quorum für das Bürgerbegehren erfüllt.


Und was macht Bonn?

Während sich die Entwicklung in Köln deutlich klarer gestaltet, steht Bonn die Entscheidung über den Bau des Festspielhauses Beethoven und dem damit verbundenen Schicksal der Beethovenhalle noch bevor. Allerdings stellt sich die Kostenfrage in der Bundesstadt anders: Hier wollen Telekom, Post und Postbank den Neubau mit 75 Millionen Euro finanzieren.

Heftig umstritten ist allerdings die Höhe der laufenden Kosten, die von der Stadt Bonn zu tragen wären. Außerdem regt sich Unmut über einen möglichen Abriss der Beethovenhalle. Dementsprechend werden inzwischen alternative Standorte für einen Neubau ebenso diskutiert wie etwa eine Neugestaltung des Bonner Opernhauses.


Braucht Bonn ein Festspielhaus? Diskutieren Sie mit: im Forum!


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