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Kino - 09. August 2012 - Klaus Torsy
Kafka, Keaton und die Dietrich
Bonner Sommerkino: Nächste Woche starten die Internationalen Stummfilmtage im Innenhof der Uni. Zehn Tage lang Klassiker und Raritäten, dazu ein Kafka-Symposium.
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Vom 16. bis 26. August findet das 28. Bonner Sommerkino im Arkadenhof des Uni-Hauptgebäudes statt. Der Förderverein Filmkultur Bonn e.V. zeigt in Kooperation mit der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn und dem Filmmuseum München Stummfilme mit live-musikalischer Begleitung. Der Eintritt ist frei.
Das Programm vereint Produktionen aus Dänemark, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Japan, Schweden, den USA und der ehemaligen Sowjetunion. Der Leiter des Filmmuseums München, Stefan Drößler, zeichnet als Kurator verantwortlich. Erneut sind Klassiker mit Legenden wie Marlene Dietrich oder Buster Keaton zu sehen, ebenso Raritäten und neu restaurierte Filme.
Nach der deutsch-japanischen Filmgeschichte im vergangenen Jahr untersucht das Festival nun die Beziehung des Schriftstellers Franz Kafka zum Stummfilm. Dazu findet ein zweitägiges Symposium mit dem Titel „Kafka geht ins Kino“ statt, eine Veranstaltung des Fördervereins Filmkultur Bonn in Kooperation mit dem Institut für Germanistik, Vergleichende Literatur- und Kulturwissenschaft der Universität Bonn sowie dem Tschechischen Zentrum Düsseldorf.
Stefan Drößler erarbeitet gemeinsam mit Professorin Kerstin Stüssel das Programm des Symposiums, das am Montag, 20. August, und Dienstag, 21. August, im Hörsaal X der Universität stattfindet.
Wie in der Vergangenheit ergänzen praxisnahe Vorträge im LVR-Landesmuseum Bonn das Filmprogramm. Dabei stehen unter anderem Asta Nielsen und der „Totentanz“ im Mittelpunkt sowie die besondere, „stumm-beredte“ Spielweise von Stummfilmschauspielern, die anhand zahlreicher Filmausschnitte von Martin Girod erläutert wird.
Auch der vom Beethovenfest gestiftete Preis für die beste live-musikalische Begleitung eines Stummfilms während des Festivals wird erneut vergeben. Die Auszeichnung ist mit einem Geldpreis in Höhe von 2.000 Euro sowie einem Auftritt im Rahmenprogramm des Beethovenfestes verbunden.
Nach den finanziellen Ungewissheiten in der jüngeren Vergangenheit werden die Internationalen Stummfilmtage und der Förderverein Filmkultur Bonn als Veranstalter von der Stadt Bonn, der Film- und Medienstiftung NRW und dem Beauftragen der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) zwar weiterhin mit den gleichen Mitteln gefördert.
„Dazu muss man allerdings ganz klar sagen, dass dem Festival mit konstant bleibenden Fördersummen nur bedingt geholfen ist. Um auch zukünftig dieselbe hohe künstlerische und technische Qualität liefern zu können, brauchen wir mehr Geld“, erklärte Leiterin Sigrid Limprecht im Vorfeld der renommierten Veranstaltungsreihe.
Zur Eröffnung zeigt das Festival am 16. August Erich von Stroheims „The Wedding March – Hochzeitsmarsch“ aus dem Jahr 1928. Das in Zweifarbtechnicolor gefilmte Drama aus den USA erzählt von der Hochzeit des – vom Regisseur selbst gespielten – verarmten Prinzen Nicki mit einer reichen Industriellentochter. Der Auftakt zu einer ganzen Reihe von Filmen zu Freud und Leid von Brautsuche, Eheglück, Trennungsschmerz und unkonventionelle Frauenfiguren.
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