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Kabarett - 03. März 2010 - Klaus Torsy

Georg Schramm erhält Prix Pantheon 2010

Der Moralist und Humanist des deutschen Kabaretts ist Preisträger in der Sparte "Reif und Bekloppt". Weitere Nominierungen bekannt gegeben.


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Georg Schramm.
(Foto: Achim Käflein)

Der 1949 in Bad Homburg geborene Kabarettist Georg Schramm erhält den Prix Pantheon 2010 in der Sparte Sonderpreis der Jury "Reif und Bekloppt", dotiert mit 4.000 Euro. Dies teilte das Bonner Kabarett-Theater Pantheon heute mit.

Das Pantheon vergibt den Satire-Preis, der mit insgesamt 13.000 Euro dotiert ist, in Kooperation mit WDR-Fernsehen und WDR-Hörfunk. Die diesjährige Preisverleihung an Georg Schramm erfolgt im Rahmen der Prix-Pantheon-Gala mit vielen prominenten Gästen, darunter Dieter Hildebrandt, Piet Klocke, Rainald Grebe, Jochen Malmsheimer, Dave Davis und Rainer Pause sowie allen weiteren Preisträgern 2010 am 15. Juni im Beueler Brückenforum.

In der Begründung der Jury zur Preisverleihung an Georg Schramm heißt es: "Zornig und wortgewaltig ist Georg Schramm mittlerweile der große Moralist und Humanist des aktuellen deutschen Kabaretts. Hinter seinen Attacken gegen den allumfassenden Schlendrian und die Verwurstung unserer Überzeugungen in der Politik scheint der kategorische Konjunktiv einer Gesellschaft auf, die gerecht und solidarisch gestaltet ist. Jeder seiner Auftritte gerät zu einer wütenden Abrechnung "mit den Hampelmännern, die uns Politik vorspielen dürfen", und lässt in uns die Hoffnung keimen, dass politisches Kabarett tatsächlich etwas bewirken möge!"

Und: "Dabei verliert er sich nicht in einer Aneinanderreihung politischer Pointen. Vielmehr schlüpft er wie nebenbei in seine Figuren, erzählt uns Geschichten, von ihnen, mit ihnen, und detailgetreu recherchiert wühlt er sich lustvoll in ihre Wunden. Da ist der nimmermüde Mahner und in seiner Wut auf das krankmachende Gesundheitssystem unglaublich vitale "Krüppel" Dombrowski, dem man bei mancher Drohung gar zu gern ab und an mal die lederne Hand führen möchte. Und der Militär Sanftleben, der uns einen humanen Krieg schmackhaft macht. Typisch für Schramm, dass er nicht einfach nur höhnisch den Verfall der SPD beklatscht, sondern in der Figur seines August ganz positiv den Zuwachs des Arbeitskreises "Sozialdemokraten in der SPD" auf immerhin schon drei Mitglieder bejubelt.

Politiker interessieren Georg Schramm nur am Rande. Zielscheibe sind vor allem die, die alles mit sich machen lassen. Und er spielt sie sehr genau und ohne Mitleid, und dabei hinterhältig mitleiderregend. Der suggestive Sog, der von allen Figuren Georg Schramms ausgeht, ist deshalb so überwältigend, weil sie authentisch sind. Sie spiegeln schonungslos wider, was wir alle an erhabenen und schäbigen Haltungen in uns tragen."

Außerdem gab das Pantheon die Nominierten in den Kategorien "Frühreif und Verdorben" sowie "Beklatscht und Ausgebuht" bekannt: Frieda Braun, Alexandra Gauger, Markus Barth, Cello Mafia, Das Geld liegt auf der Fensterbank, Marie, Thomas Kreimeyer, Nordkvark, Axel Pätz, Sebastian Pufpaff, Sebastian 23, Max Uthoff und David Werker.

Die jeweiligen Sieger werden in direktem Wettstreit am 27. und 28. April 2010 im Pantheon ermittelt.


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