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Kulturarbeit - 23. März 2010 - Klaus Torsy

Festspielhaus: "Überall noch offene Fragen"

Die Stadt Bonn beharrt auf gründlicher Prüfung aller Faktoren, die finanzielle Auswirkungen haben. Verein der Festpielhaus-Freunde spricht von "Giftliste".


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Die Diskussion um die finanziellen Auswirkungen des anvisierten Festspielhaus Beethoven auf den städtischen Etat geht in eine neue Runde. "Es wäre verantwortungslos, in der derzeitigen Haushaltslage der Stadt Entscheidung von großer Tragweite zu fällen, ohne alle denkbaren Aspekte des Projekts geprüft zu haben", heißt es in einer Mittelung der Verwaltung von heute. Damit reagierte sie auf den Vorwurf der Festspielhaus-Freunde, Stadtdirektor Volker Kregel arbeite an einer "Giftliste".

Im Spitzengespräch vom 13. Januar 2010 sei vereinbart worden, sowohl alternative Standorte zu bewerten als auch ein erneutes Umlaufverfahren zur Stiftungssatzung durchzuführen. Außerdem sollte die Stadt eine Liste der aus ihrer Sicht noch offenen Fragen aufstellen. "Das, und nichts anderes tut die Stadt zurzeit", erklärte Kregel.

Es sei Aufgabe der Stadt, dem Projektbeirat alle Positionen zu benennen, die finanzielle Auswirkungen auf die Stadt haben werden. Dies sei bei der Sitzung des Projektbeirats am 12. März geschehen. Die Verwaltung geht dabei von folgenden Kosten aus:

4,6 Mio. Euro für Bauunterhaltung, Betriebskosten und Zuschuss Beethovenfest, 8 Mio. Euro für die Umfeldgestaltung und 3,6 bzw. 3,8 Mio. Euro für den Abriss der Beethovenhalle, dazu die höhere Miete etwa für das Beethovenfest und das Beethoven Orchester im Festspielhaus, die Restfinanzierung für das Beethovenfest und die Kosten für eine Übergangsspielstätte. Außerdem stehe noch die endgültige Abstimmung der Ausstattung zwischen der Post und dem Planungs- beziehungsweise Kulturdezernat aus.

Die Vorsitzende Festspielhaus-Freunde, Monika Wulf-Mathies, hatte gestern auf der Website des Vereins erklärt: "Wenn nun Stadtdirektor Kregel eine 'Giftliste' bisher weder klar definierter noch ausverhandelter Posten aufstellt, fragt man sich, welches Ziel die Stadt damit verfolgt. Die offenen Posten sind seit mehr als einem Jahr auf dem Tisch – wir erwarten nun, dass die Stadt endlich aktiv wird."

"Auch wir sind an einem abgestimmten Zahlenwerk dringend interessiert", entgegnete Volker Kregel heute, "allerdings müssen daran alle Beteiligten mitwirken und zuarbeiten, denn überall gibt es noch offene Fragen. An einer gründlichen Vorbereitung führt für uns kein Weg vorbei, auch wenn das Zeit braucht."


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