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Ausstellung - 01. Februar 2012 - Thomas Glahn

Erfahrung der Endlichkeit

Kein Pathos, sondern Vielseitigkeit mit verstecktem Humor. Das Kunstmuseum zeigt eine Ausstellung mit zentralen Arbeiten aus dem Werk von Kris Martin.


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Kris Martin: Trinity I. (Foto: KMB)

Die Bonner Schau ist in Kooperation mit dem Aargauer Kunsthaus in Aarau und der kestnergesellschaft in Hannover entstanden. Es handelt sich um die bisher umfassendste Ausstellung zum Werk des 1972 geborenen belgischen Künstlers Kris Martin.

Die gemeinsam mit dem Künstler erarbeitete Ausstellung in Bonn, Aarau und Hannover will erstmals alle Themen des Werks sichtbar machen und die zentralen Arbeiten der letzten Jahre zusammenführen. Ein umfangreicher vom Künstler mitgestalteter Katalog begleitet die Ausstellung.

Die Ausstellung vereint wichtige Werke Martins wie Trinity, einer neuen Fassung von Mandi III, mit der er 2006 bekannt wurde: Eine große Anzeigetafel, wie man sie von Flughäfen und Bahnhöfen kannte, klappert, ohne Orte und Zeiten anzugeben, schwarz und blind vor sich hin. Eine Metapher der Zeit, der plötzlich unterbrochenen unbestimmten Reise.

Bei "For whom…" schwingt eine Kirchenglocke ohne Klöppel lautlos hin und her. Neben anderen großen Arbeiten wie Mandi XV, ein sieben Meter langes Schwert aus Bronze und Stahl, stehen Werke bis hin zur Größe von wenigen Zentimetern.

Daneben setzt Martin immer wieder auf wechselnde Medien, wie die Zeichnung in vielfältigen Formen oder die Fotografie als Medium erstarrter Zeit. Die Fotos der Serie Spatium zeigen Bilder von den Innenseiten des Schädels eines von langer Zeit gestorbenen Mönches, die wie fremde, aus großer Entfernung aufgenommene Landschaften wirken.

Martins vielfältige Kunst, die sich zwischen Installation, Skulptur, Fotografie, Zeichnung, Schrift, Klang bewegt, vermittelt intensive Erfahrungen der Endlichkeit und des Vorübergleitens, von Leben und Tod.

Er fragt auch nach der Möglichkeit von Spiritualität, Ewigkeit, Religion und Gott. Trotz ihrer melancholischen, symbolischen und romantischen Aspekte treten Martins Werke nicht emphatisch und pathetisch auf, sondern sind oft in einem skeptischen Humor verankert.

Kris Martin: Every Day of the Weak – 2. Februar bis 22. April 2012, Kunstmuseum Bonn.


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