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Ausstellung - 06. September 2010 - Klaus Torsy

Ein Lettner von sechs Metern

Das höchste und ungewöhnlichste Exponat der "Renaissance am Rhein" wurde bereits jetzt aufgestellt.


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Standsicher: der Lettner im
Landesmuseum. (Foto: Hans-
Theo Gerhards/LVR)

Sechs Meter ist er hoch: der "Renaissance - Bogen" aus der Pfarrkapelle St. Johannes der Täufer aus Aldenhoven-Siersdorf. Das bedeutende und einzigartige Kunstwerk ist das höchste Objekt der kommenden Ausstellung "Renaissance am Rhein" im Landesmuseum Bonn.

Ein Lettner trennte als schrankenähnlicher Einbau jeweils das Langhaus vom Chor als Raum des Klerus ab. Da es höchst ungewöhnlich ist, einen ganzen Lettner in einer Ausstellung zu präsentieren, haben die Restauratoren des LVR-Landesmuseums bereits jetzt den gewaltigen Holzlettner aufgebaut.

Der Lettnerbogen aus Siersdorf zeigt die Wundererscheinung zur Geburt Christi, deren Darstellung sich im Rheinland um 1500 großer Beliebtheit erfreute. Einer mittelalterlichen Legende nach hatte Sibylle von Tibur in einer Vision die Geburt Jesu Christi gesehen und davon Kaiser Augustus berichtet. Die Figuren des römischen Kaisers Augustus und der Sybille von Tibur sowie der Maria im Strahlenkranz sind von herausragender bildhauerischer Qualität.

Der Bogen entstand um das Jahr 1520 und wurde wahrscheinlich vom Deutschordensritter Conrad von Reuschenberg gestiftet. Mithilfe einer eigens für den Bogen entwickelten Hilfs- und Stützkonstruktion steht er nun in der Ausstellung "Renaissance am Rhein", die ab dem 16. September in Bonn zu sehen sein wird.


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