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Ausstellung - 12. März 2010 - Klaus Torsy
Die Sehnsucht nach dem Besonderen
RUHR.2010: Heute öffnet die "Helden"-Ausstellung im Industriemuseum Henrichshütte Hattingen. Vom antiken Heldenmythos bis zum Revierhelden - wer ist warum ein Held?
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Herkules, Prototyp vieler Heldenfiguren, überragt mit einer Größe von 3,20 Metern den Ausstellungsbereich Antike. (Foto: Martin Holtappels, LWL)
"Heldengleich" besänftigen Arbeiter auf dem Gemälde "Krupp'sche Teufel" von Heinrich Kley (um 1912) die Dämonen des Industriezeitalters. (Foto: LWL-Industriemuseum)
Blick in den Ausstellungsbereich "Nationale Helden": Ernst von Bandel, der Erschaffer des Hermannsdenkmals im Teutoburger Wald in seiner Werkstatt vor dem Kopf der Skulptur. (Foto: Martin Holtappels, LWL)
Insgesamt 850 Exponate auf 1.200 Quadratmetern laden ein zu einer Reise von Rom bis ins Revier. "Die Spannweite ist groß: vom antiken Heldenmythos, der Jahrhunderte überdauert, bis zum TV-Helden für einen Abend, von den Anfängen europäischer Kultur bis zu den Helden des Ruhrgebietes", erklärte LWL-Kulturdezernentin Barbara Rüschoff-Thale bei der Vorstellung der Schau.
Unter dem Titel "Helden. Von der Sehnsucht nach dem Besonderen" sind sehr unterschiedliche Exponate zu sehen: Von der drei Meter hohen Herkules-Statue bis zum kleinen Splitter des "Silberpfeils", in dem Rennfahrer Bernd Rosemeyer 1938 verunglückte, von der Jacke von TV-Kultkommissar Schimanski bis zur lebensgroßen Cyberheldin Lara Croft, von der "deutschen Heldencreme" im Ersten Weltkrieg bis zum Helm eines Feuerwehrmanns, der beim Einsatz am World Trade Center ums Leben kam.
Und auch der Ausstellungsort Hattingen hat eine eigene Helden-Geschichte: Vor 20 Jahren kämpfte hier eine ganze Region gegen das Aus der Stahlhütte und feierte ihre Anführer.
"Uns geht es darum zu zeigen, wie Helden funktionieren, wer sie macht und warum sie offenbar gerade in Zeiten des Wandels gebraucht werden. Dabei setzen wir auf starke Bilder und die Aura der Exponate", erläuterte Projektleiter Dietmar Osses.
Durchblicke und Sichtachsen setzen Ausstellungsstücke aus verschiedenen Bereichen und Zeiten miteinander in Beziehung und eröffneten immer wieder neue Perspektiven, so Osses weiter. Viele Medienstationen machten die Sehnsucht nach dem Besonderen für Augen und Ohren zum Erlebnis.
Auch dem seit Jahren wachsenden Trend, selbst in die Rolle eines Helden schlüpfen zu wollen, trägt die Ausstellung Rechnung. Am Schluss des Rundgangs durch die 1,6 Millionen Euro teure Schau kann sich der Besucher in der Videoinstallation "Standing Ovations" bejubeln lassen: Je näher er auf das Publikum zugeht, desto lauter wird der Applaus.
Dazu Dietmar Osses: "Der Ausstellungsbesuch soll Spaß machen, aber auch zu einer kritischen Auseinandersetzung mit dem Phänomen Helden anregen, das heute mehr denn je Konjunktur hat und uns überall begegnet."
Helden. Von der Sehnsucht nach dem Besonderen – 12. März bis 31. Oktober 2010, Industriemuseum Henrichshütte Hattingen, Katalog 24,95 Euro.
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