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Ausstellung, Kulturarbeit - 16. März 2009 - Klaus Torsy
Der Duft der Götter
Röntgenbild eines Riechfläschchens: Forscher der Uni Bonn wollen ein 3.500 Jahre altes Parfum wieder auferstehen lassen. Exponat aus dem Ägyptischen Museum.
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Wohlriechende Düfte standen bereits bei den alten Ägyptern hoch im Kurs. Das beweisen Parfumfläschchen aus dieser Zeit. Das Ägyptische Museum der Universität Bonn zeigt in seiner Dauerausstellung ein besonders gut erhaltenes Exemplar. Bonner Wissenschaftler haben den 3.500 Jahre alten Flakon nun im Computertomographen durchleuchtet. Dabei wurden die eingetrockneten Reste einer Flüssigkeit sichtbar, die die Forscher jetzt weiter analysieren wollen. Die Rekonstruktion des Duftes wäre nach ihrer Einschätzung eine Weltsensation.
Das Parfüm stammt von Pharaonin Hatschepsut, einer machtbewussten Frau, die um 1479 vor Christus die ägyptischen Regierungsgeschäfte übernahm. Eigentlich sollte sie nur ihren damals dreijährigen Stiefsohn Thutmosis III. vertreten, bis dieser alt genug gewesen wäre, das Amt zu übernehmen. Doch aus der Interims-Regentschaft wurden 20 Jahre.
"Sie hat Thutmosis systematisch von der Macht fern gehalten", erklärt Michael Höveler-Müller, der Kurator des Ägyptischen Museums der Uni Bonn. Auch Hatschepsuts Parfüm ist vermutlich eine Demonstration ihrer Macht. "Wir halten es für wahrscheinlich, dass es als einen Bestandteil Weihrauch enthielt den Duft der Götter", so Höveler-Müller.
Diese Annahme stützt sich auf eine Expedition, die Hatschepsut nach Punt unternahm das heutige Eritrea. Die Ägypter importierten von dort schon seit dem dritten Jahrtausend vor Christus Kostbarkeiten wie Ebenholz, Elfenbein, Gold und eben Weihrauch. Die Expedition brachte von der Reise anscheinend ganze Weihrauchpflanzen mit, die Hatschepsut in der Nähe ihres Totentempels anpflanzen ließ.
Der filigrane Flakon, den die Bonner Forscher nun untersuchen, trägt eine Aufschrift mit dem Namen der Pharaonin. Der Behälter ist ungewöhnlich gut erhalten. "Daher erschien es uns lohnend, ihn in der Radiologie des Uniklinikums durchleuchten zu lassen", erläutert Höveler-Müller. "Das hat vor uns meines Wissens noch niemand gemacht."
Auf diese Weltpremiere wird nun wohl noch eine weitere folgen: "In den Röntgenaufnahmen kann man eindeutig die eingetrockneten Reste einer Flüssigkeit erkennen", erläutert der Museums-Kurator. "Unsere Pharmazeuten werden diesen Bodensatz nun chemisch analysieren."
In gut einem Jahr könnten die Ergebnisse vorliegen. Im Erfolgsfalle wollen die Bonner Forscher das Parfum dann sogar "nachbauen". 3.500 Jahre nach dem Tode der Frau, aus deren Besitz es stammt, könnte der Duft also wieder auferstehen.
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