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Kulturarbeit - 20. Januar 2011 - Klaus Torsy
Bonner packen's an
Die Aktion zur Beteiligung der Bürger am städtischen Haushalt verzeichnet 100.000 Seitenzugriffe schon am ersten Tag, Tendenz rasant steigend. Erste Kultureinrichtungen werben um positive Bewertungen.
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Die Aktion Bonn packt's an verzeichnet großen Zulauf. Schon am ersten Tag zählten die Organisatoren laut Angaben der Verwaltung über 100.000 Seitenzugriffe und 1.000 registrierte Teilnehmer. Heute Vormittag waren es bereits fast 220.000 Seitenaufrufe und mehr als 1.800 Teilnehmer. Insgesamt wurden bislang mehr als 400 Sparvorschläge gemacht, die über 70.000 Mal bewertet wurden.
Am Dienstagabend hatte Oberbürgermeister Jürgen Nimptsch im Rahmen einer Diskussionsveranstaltung mit Kämmerer Ludger Sander und den technischen Organisatoren das Projekt gestartet. "Die Zugriffs- und Registrierungszahlen liegen in den ersten 19 Stunden nach Start des Portals weit über denen der Städte Essen, Solingen und Gütersloh", freute sich Projektleiter Dirk Lahmann.
Breiten Raum bei den Anregungen von Bürgerseite nehmen bislang Einsparmöglichkeiten bei der städtischen Verwaltung ein bis hin zu der Frage, ob der Oberbürgermeister statt Dienstwagen öfter Bus und Bahn nutzen sollte – oder zumindest seinen Dienstwagen selbst steuern soll, um die Kosten für den Chauffeur einzusparen.
Daneben gibt es Vorschläge mit den verschiedensten Formen zur Abgabenerhöhung: so die Einführung einer Bettensteuer für Hotelübernachtungen, einer Katzensteuer oder einem "Entgelt" für die Nutzung der Verrichtungsboxen des Bonner Straßenstrichs.
Bei den Kultureinrichtungen beherrschen derzeit Beiträge zur Oper samt Subventionspolitik und Eintrittspreisen die Diskussion. Auch das Schicksal des Frauenmuseums und der Rheinkultur wird erörtert, wobei sich – wie bei vielen Themen – der unterschiedliche Informationsstand der Teilnehmer zeigt.
Appelle ans Publikum
Angesichts der Bedeutung der Bürgerbefragung gerade für das kulturelle Leben in der Bundesstadt – nur "die fünfzig am besten bewerteten Bürgervorschläge" fließen in die politische Arbeit ein – sind die ersten Kultureinrichtungen gestern in die Offensive gegangen.
So fragte das Stadtmuseum Bonn per Newsletter, wie wichtig dem Adressaten das Ausstellungshaus sei, verbunden mit der Aussicht, man werde sich "über ein positives Abstimmungsergebnis freuen".
Auch das Junge Theater Bonn (JTB) macht mobil und forderte seine Anhänger auf, gegen die existenzgefährdenden Sparpläne zu stimmen. Denn "hiervon wäre sehr wahrscheinlich auch das JTB unmittelbar betroffen", heißt es im Newsletter – verbunden mit dem Appell, möglichst viele Freunde für die Aktion zu gewinnen.
Der Wettlauf um die meisten positiven Stimmen hat also begonnen. Nicht umsonst lautet eine der Spielregeln des Portals, dass man sich nur unter einer Identität an der Aktion beteiligen darf.
Noch bis zum 9. Februar können die Bonner Sparvorschläge machen, bis zum 16. Februar ist das Portal für Bewertungen und Kommentare geschaltet.
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