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Ausstellung, Sonstiges - 11. Januar 2012 - Klaus Torsy

1000 Jahre alte Textilien

Stofffetzen aus einem mongolischen Felsgrab werden an der FH Köln erforscht. Das Landesmuseum Bonn zeigt die kulturhistorische Sensation in einer Ausstellung ab Ende Januar.


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Seidenkaftan-kib.jpg

Restaurierter mongolischer Seidenkaftan (oben) und Wollmantel,
beide aus dem 11. Jahrhundert. (Fotos: J. Vogel/LVR)

Wollmantel-kib.jpg
Nachdem Forscher in neu entdeckten mongolischen Felsgräbern auf Textilreste aus dem 7.bis 11. Jahrhundert gestoßen sind, haben Spezialistinnen für Restaurierung und Konservierung der Fachhochschule Köln die zahlreichen Stofffetzen rekonstruieren können.

Damit liegen zum ersten Mal originale Beispiele von Bekleidung aus dem 11. Jahrhundert vor, die bis heute nur aus Abbildungen bekannt sind.

Ab 26. Januar zeigt das LVR-Landesmuseum Bonn die Fundstücke im Rahmen seiner Ausstellung „Steppenkrieger – Reiternomaden des 7.-14. Jahrhunderts aus der Mongolei“.

Der Fund ist kulturhistorisch bedeutsam, weil Textilien so gut wie keine Überlieferungschance haben. Bereits kleinste Überreste aus alten Kulturen gelten unter Archäologen und Kunstwissenschaftlern als eine Sensation.

Aufsehen erregend sind vor allem die Funde aus Dugui Cahir (11. Jahrhundert): Dort konnten Fragmente wertvoller Kleidungsstücke sichergestellt werden. Maike Piecuch und Laura Peters, Masterstudentinnen an der FH Köln, gelang es unter der Leitung von Prof. Annemarie Stauffer, aus den vielen Einzelteilen einen einzigartigen Seidenkaftan aus chinesischem Damastgewebe und den ältesten bis heute bekannten Wolldeel, einen Mantel aus Wollfilz, zu rekonstruieren.


„Wirkliche Sensation“

Die Bonner Ausstellung will zeigen, welchen hohen Standard die Kultur der gleichzeitig gefürchteten und bewunderten Reiternomaden hatte. Die Forscher werten die neuen Erkenntnisse als Meilensteine der Kulturgeschichte und in der Erforschung der mongolischen Kultur.

"Die Ausstellung ist aufgrund der noch nie gezeigten und aufgrund ihrer außerordentlichen Erhaltung einzigartigen Neufunde aus der Mongolei eine wirkliche Sensation", meint Dr. Michael Schmauder vom Landesmuseum, "das belegen nicht zuletzt die Textilobjekte.“

Die Erforschung, Rekonstruktion und Konservierung der Gewänder ist Teil eines Gemeinschaftsprojekts der Fachhochschule Köln, der Universität Bonn, des LVR-Landesmuseums Bonn und des Instituts für Archäologie der Mongolischen Akademie der Wissenschaft, das von der Gerda Henkel Stiftung und dem Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert wird.


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