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Musik, Theater – 15. März 2017 – Klaus Torsy
THEMA

Fliehen oder mutig stehen?

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Die Kirche wird zur Bühne: Szene aus der Johannespassion 2011 in der Bonner Kreuzkirche. (Bild: Philip Klais)

Die Inszenierung eines Mammutwerkes im umgebauten Kirchenraum: Im April singt VOX BONA, Kammerchor der Bonner Kreuzkirche, die Matthäuspassion von Johann Sebastian Bach. Die szenische Darstellung holt Bachs Musik in die Gegenwart. Oberstufen-Schüler können eine Probe miterleben. Der Vorverkauf ist angelaufen.
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Sechs Jahre nach dem Erfolg der szenischen Johannespassion kommt Bachs Musik erneut in neuem Gewand in die Kreuzkirche Bonn. Am 7. April feiert die szenische Aufführung der Matthäuspassion ihre Premiere.

Unter dem Kreuzkirchenmusik-Motto "kultur-grenzenlos" werden die Grenzen zwischen Musikern und Zuhörern aufgehoben. Die Kirche selbst wird zu einer großen Spielfläche von Publikum und Musikern.

Die große, offene Bühne in der Mitte des Kirchenschiffs sorgt für eine unmittelbare Nähe zu den Agierenden und damit für ein Höchstmaß an Identifikation für die Konzertbesucher. Ebenso ist ein Höchstmaß an Konzentration seitens der Musiker gefragt, die das gesamte dreistündige Werk auswendig singen und dabei im gesamten Kirchenraum agieren.

Im Fokus der Passion: Nicht die handelnden Personen, sondern die Seele des Menschen. Seine dunklen Seiten, seine Ängste, Sehnsüchte, Aggressionen, seine Liebesfähigkeit, seine Hingabe und Treue. Die Botschaft: Nur, wenn wir erkennen, dass auch die dunklen Seiten zum Menschsein gehören, lassen sie sich überwinden.

Die Inszenierung von Gregor Horres berührt auch die Frage: „Werde ich schuldig durch Nichts-Tun?“ Etwa wie Petrus, der sein Versprechen nicht einlöst, oder Judas, der die Verhaftung nicht nur geschehen lässt, sondern initiiert, wie die Jünger, die angesichts der schrecklichen Ereignisse fliehen und nicht mutig bleiben und helfen.


Gemeinsames Essen und eine Verhaftung

Zentrum der Inszenierung ist der „Erinnerungsraum“, in dem bei einem gemeinsamen Essen eine Verhaftung passiert, die alle Beteiligten in einer Schockstarre zurücklässt. Im Verlauf der Passion kehren die singenden Charaktere (Solisten, Chor und Soloinstrumente) immer wieder an diesen Erinnerungsort zurück und beschreiben, wie dieses Erlebnis sie verändert hat.

Trauer über das eigene Versagen sowie die Suche nach einer Antwort, die uns und unseren Mitmenschen ein besseres, menschlicheres Leben ermöglicht, werden eindringlich dargestellt. Und somit auch für die Gegenwart lebendig und zur bohrenden Frage: Fliehen wir oder bleiben wir mutig stehen?

Die Reflexion des Hörers, die Fokussierung auf das eigene Ich und die eigene Haltung werden durch Bachs vielschichtige Musik hinterfragt und auf den Prüfstand gestellt. Die szenische Darstellung holt Bachs Musik aus dem 18. Jahrhundert und katapultiert sie mitten in unsere heutige Zeit: Der Hörer erkennt sich in den Personen und seine Haltung in den menschlichen Regungen der Musik. Ein Schritt hin zu Bachs Anspruch, eine überzeitlich immer gültige Musik zu schreiben.

Bei der Bonner Inszenierung wirken mit: Gregor Horres u. Stephanie Koch (Regie), Rahel Schwarz (Regieassistenz), KMD Karin Freist-Wissing (Musikalische Leitung), Thomas Klose (Evangelist, Tenor), Erik Sohn (Jesus, Bass), Andreas Petermeier (Pilatus, Bass), Theresa Nelles (Sopran), Charlotte Quadt (Alt), Henning Jendritza (Tenor), Georgios Iatrou (Bass), VOX BONA, der Kammerchor der Kreuzkirche Bonn, der Rheinische Kinder- und Jugendchor Bonn, Markus Karas (Einstudierung), das Orchester der Kreuzkirche Bonn, Stefan Horz (Orgel).


Oberstufen-Schüler können Probe miterleben

Vor der eigentlichen Inszenierung wird die Dirigentin KMD Karin Freist-Wissing einen Teil einer ganztägigen Probe für Schülerinnen und Schüler aus Oberstufen-Musikkursen öffnen. Wenige Tage vor der Premiere führt sie in ausgewählte Aspekte des Werkes und der Inszenierung ein, Chor und Orchester musizieren entsprechende Ausschnitte (ca. 60 min.). Anschließend dürfen die Schüler dem weiteren Probenverlauf folgen und sich dabei auch im Raum bewegen.

Der Termin hierfür: Samstag, 01. April 2017, 14-15 Uhr: Einführung mit ausgewählten Musikbeispielen, 15-16: Probenhospitation, Eintritt frei, Anmeldung bei Michael Otto bis Montag, 20. März.

Johann Sebastian Bach: Matthäuspassion – szenisch, Freitag, 7. April 2017, 19 Uhr (Premiere), Kreuzkirche Bonn, weitere Termine: Sa., 8. April, Do., 13. April, Karfr., 14. April, jeweils 19 Uhr, Vorverkauf ab sofort bei Bonnticket: 36 / 23 Euro, Kinder bis 12 Jahre 7 Euro, inkl. Gebühren.


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