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Musik - Alexandra Janetzki
Zwölf Dirigenten gegen den Rest
Zum dritten Mal fanden die Beethoven-Meisterkurse mit Maestro Kurt Masur und dem Beethoven Orchester statt.
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Zwei Wochen lang hatten zwölf Dirigenten aus aller Welt die Gelegenheit, von Kurt Masur zu lernen und, teilweise zum ersten Mal überhaupt, mit einem Profiorchester zu arbeiten. Jeder Teilnehmer interpretierte einen Satz aus Beethovens Sinfonien fünf bis acht.
Auch für das Publikum stellte diese Ausgangslage eine völlig neue Konzerterfahrung dar: Vielmehr als das Werk standen Dirigent und Orchester als das Instrument des Dirigenten im Mittelpunkt. Nach jedem Satz wechselte der Dirigent – und Publikum wie Orchester mussten sich immer wieder auf eine neue Situation einstellen.
Für den Laien ist es natürlich schwierig, die Qualität eines Dirigenten zu beurteilen, zumal wenn er ein ohnehin sehr gutes Orchester dirigiert. Trotzdem stellen sich dem Zuhörer und dem Zuschauer beim Anblick der jungen Dirigenten sofort gewisse Fragen: Was macht einen guten Dirigenten aus? Was für eine Rolle spielt das Selbstbewusstsein, welche die Technik? Wie ist seine Körpersprache zu bewerten? Soll er sich als Chef des Orchesters aufspielen oder ist er nur sein wichtigster Mitarbeiter? Und schlussendlich: Wozu braucht man überhaupt einen Dirigenten?
Durch das Beobachten der Dirigenten und vor allem ihrer Technik konnte man den Antworten ein Stück näher kommen. Besonders beeindruckend war das Dirigat von Mirga Grazinyte, einer in Litauen geborenen 23-jährigen Dirigierstudentin in Leipzig. Mit dem Orchester hatte sie den ersten Satz der 7. Sinfonie eingeübt. Ihre Bewegungen waren präzise und sehr kraftvoll, ohne überflüssige Gesten. Von der sehr kleinen und zierlichen Frau schien eine unglaubliche Energie auf das Orchester überzugehen.
Auch für das Orchester stellte die Arbeit mit so vielen verschiedenen, jungen Dirigenten eine Herausforderung dar. Sie mussten sich dem Lernenden unterordnen, seine Fehler mitmachen und ausführen, damit der Kurs zu einer echten Lernveranstaltung für den jungen Orchesterleiter geriet.
In einer kurzen Ansprache lobte Kurt Masur denn auch die Geduld des Beethoven Orchesters. Es gäbe wohl nur wenige Orchester, die so exakt das spielen würden, was man ihnen dirigiere. Dies sei „im Positiven wie im Negativen“ der Fall gewesen, so der Maestro.
Obwohl Masur bemüht war, sich im Hintergrund zu halten und seinen Schülern die Bühne zu überlassen, waren die von ihm dirigierten Ouvertüren am Schluss der Konzerte (Leonoren-Ouvertüre II und Fidelio) jeweils ein Höhepunkt an beiden Konzertabenden.
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