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Ausstellung - Klaus Torsy

Zwei bedeutende Bonner

Eine Sonderausstellung im Beethoven-Haus dokumentiert zwei herausragende Persönlichkeiten und ihre Freundschaft: Beethoven und der Mediziner Franz Gerhard Wegeler.


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Franz Gerhard Wegeler (1765-1848).
(Bilder: Beethoven-Haus)

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Stich von Beethoven mit eigenhändiger
Widmung für Wegeler.

Jubiläum im Beethoven-Haus Bonn: In diesem Frühjahr jährt sich zum zehnten Mal die Übergabe der wertvollen Beethoven-Sammlung der Koblenzer Familie Wegeler als Dauerleihgabe. Aus diesem Anlass beleuchtet eine Sonderausstellung das Bild jenes Mannes, auf den die Sammlung im Kern zurückgeht: Franz Gerhard Wegeler (1765-1848), Mediziner und Freund Beethovens.

Wegeler und Beethoven pflegten eine lebenslange Freundschaft, die in der Ausstellung dokumentiert wird. Zu sehen sind neben Briefen auch Geschenke: so ein böhmisches Trinkglas, das Beethoven seinem Freund von einer Reise in die böhmischen Bäder mitbrachte, sowie zwei Beethoven-Portraits mit persönlichen, eigenhändigen Widmungen für Wegeler. Die lebenslange Nähe berechtigte Wegeler auch dazu, zusammen mit Ferdinand Ries die erste, 1838 erschienene, authentische Beethoven-Biographie zu verfassen.

Wegeler führte den 11-jährigen Beethoven in die Familie von Breuning ein, deren Bedeutung für beide gar nicht hoch genug eingeschätzt werden kann. Später heiratete er Eleonore von Breuning. Nach vielen Jahrzehnten sind nun erstmals wieder öffentlich Ölportraits von Familienmitgliedern zu sehen, darunter Eleonore am Tafelklavier, die Schülerin Beethovens war.

Ein Glücksfall ist das Wiederauftauchen der Schattenrisse des so genannten „Teestündchens“ und eines weiteren Familiengruppenbildes, die seit dem Zweiten Weltkrieg als verschollen galten. Für Eleonore komponierte Beethoven später zwei Stücke für die Orphika – ein tragbares Klavierinstrument. Die Ausstellung zeigt eines der wenigen noch erhaltenen Exemplare sowie Beethovens Originalhandschrift dieser Kompositionen. Fast ebenso selten ist auch das cabinet piano, die Urform des heutigen Klaviers. Wegeler besaß ein baugleiches Instrument der Firma Broadwood.

Allerdings ist Wegeler keineswegs nur als Freund Beethovens von Bedeutung. Nach einem Medizinstudium in Bonn wurde er – genau wie Beethoven – von Kurfürst Max Franz zur Weiterbildung nach Wien geschickt. Er vertiefte an der josephinischen Akademie, wo herausragende Kapazitäten lehrten, seine medizinischen Studien.

Zurück in Bonn wurde er Professor für Geburtshilfe und später Rektor der Bonner Universität. Nach deren Aufhebung machte er sich in Koblenz als Medizinalbeamter in französischen bzw. später in preußischen Diensten um die Verbesserung der Gesundheitsfürsorge im Rheinland verdient.

Aus seinen vielfältigen Arbeitsgebieten greift die Ausstellung die Etablierung einer qualifizierten Hebammenausbildung – sowohl in Beethovens als auch in Wegelers eigener Familie starben mehrere Säuglinge –, die Bekämpfung der Krätze, die Errichtung einer Heilanstalt für Geisteskranke und die flächendeckende Einführung der Pockenschutzimpfung heraus. All dies wird durch zeitgenössische Quellen dokumentiert.

Moulagen, dreidimensionale, naturgetreue Abformungen erkrankter Körperteile, verdeutlichen die Krankheitsbilder. Der besonders frühe Abguss von Beethovens Lebendmaske lässt eine deutliche Narbenbildung erkennen, die auf eine Pockenerkrankung hinweist.

Wegelers Verdienste wurden schon anlässlich seines 50. Doktorjubiläums im Jahre 1839 ausführlich gewürdigt. Die Sonderausstellung greift dies auf und portraitiert so zwei bedeutende Bonner als eigenständige Persönlichkeiten wie auch als langjährige Freunde.

Franz Gerhard Wegeler und Ludwig van Beethoven: noch bis 31. August im Beethoven-Haus Bonn, Öffnungszeiten: Mo-Sa 10-18 Uhr, So 11-18 Uhr.


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