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Ausstellung - Jeanette Franza

Und das macht nach Adam Ries ...

Eine Sonderausstellung historischer Rechenbücher zum 450.Todestag von Adam Ries im Arithmeum.


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Historische Rechenbücher, ... (Foto: Jeanette Franza)

... vorgeführt in historischer Tracht. (Foto: Jeanette Franza)

Die Sonderausstellung ... (Foto: Jeanette Franza)

... beleuchtet die Rechenkünste ... (Foto: Jeanette Franza)

... zur Zeit Adam Ries'. (Foto: Jeanette Franza)

Ein Rechenbeispiel: In einem Gasthaus gibt es 8 Kammern, in jeder Kammer stehen 12 Betten, in jedem Bett liegen 3 Gäste. Jeder Gast gibt 6 Pfennig Trinkgeld. Wie viel Geld erhält der Gastwirt insgesamt?

Was wie eine altmodische Grundschulrechenaufgabe klingt, findet sich in einem Rechenbuch aus dem 16. Jahrhundert. Diese Rechenbücher wurden von sogenannten Rechenmeistern geschrieben. Der Tod des bekanntesten Deutschen unter Ihnen jährte sich am 30. März zum 450. Mal.

Adam Ries (nicht: Riese, 1492-1559) unterrichtete in Erfurt und Annaberg an sogenannten Rechenschulen. Sein "Rechenbuch, auff Linien und Ziphren" erschien 1522 und war das, was man heute einen Bestseller nennt. Dieses und weitere Rechenbücher anderer Rechenmeister sind deshalb so bedeutend, weil sie im Wesentlichen zur Verbreitung und zum Verständnis der indisch-arabischen Ziffern beigetragen haben. Außerdem gehören sie zu den ersten im Druck erschienen Werken in deutscher Sprache überhaupt.

Wie aber wurde zur damaligen Zeit gerechnet? Zwei Formen sind zu unterscheiden: "Rechnen auf der Linie" und "Rechnen mit der Feder". Letztes meint das schriftliche Rechnen mit indisch-arabischen Ziffern. "Rechnen auf der Linie" ist die ältere Methode. Sie durchzieht das gesamte Mittelalter. Ihr Vorteil liegt darin, dass, man nicht wirklich rechnen können muss, um eine Addition, eine Subtraktion oder Ähnliches durchzuführen.

Das Prinzip ist einfach: Rechenpfennige (graphierte Münzen) werden als Platzhalter auf einem Federband (oder auf einem Rechentisch), welches mit Linien durchzogen ist, gelegt. Befindet sich ein Rechenpfennig auf der ersten untersten Linie, bedeutet das "eins", auf der zweiten Linie "10", auf der dritten "100" und so weiter. Die Zahl wird dann einfach nur abgelesen.

Noch bis Ende Juni 2009 hat man Gelegenheit, diese Rechenmethode im Arithmeum selbst einmal auszuprobieren und die historischen Rechenbücher zu bewundern. Jeden Sonntag finden um 15 Uhr öffentliche Führungen statt.

Am 26. April veranstaltet das Museum einen Tag der offenen Tür. Geplant ist ein Spezialprogramm mit Rechenmeister sowie Kinderprogramm, der Eintritt ist frei.

Übrigens: Das Ergebnis der eingangs gestellten Aufgabe lautet 1728 Pfennige. Dieserart praktische Aufgaben aus dem Alltag dienten auch in den historischen Rechenbüchern als Unterhaltungsaufgabe und wurden den Rechenschülern als Test vorgelegt.


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