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Kino - Almut Stärk

Reden ist Silber, Schweigen ist Gold

Das 27. Bonner Sommerkino ist eröffnet.


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Mit der französischen Produktion „Les Ombres qui passent“ („Grimassen der Großstadt“) öffneten die Internationalen Stummfilmtage ihre Pforten. Der Arkadenhof der Uni Bonn war gut besucht: Die Stummfilmfreunde freuen sich über das Fortbestehen des Festivals. Denn dies war zeitweise ungewiss, weil die Stadt Bonn eine Kürzung der Fördermittel in Erwägung gezogen hatte.

Beim Empfang im frisch renovierten Gobelinsaal des Alten Rathauses verliehen auch die Organisatoren ihrer Freude darüber Ausdruck. Siegrid Limprecht, die Geschäftsführerin des Fördervereins Filmkultur, der das Festival veranstaltet, erklärte sogar, dass die Filmförderung des Bundes die Veranstaltung als „Leuchtturmprojekt“ – d. h. als Projekt mit bundesweiter Bedeutung – anerkannt habe. Zumindest für die nächsten zwei Jahre scheint das Fortbestehen des größten deutschen Stummfilmfestival gesichert.

Bürgermeister Horst Naaß und Stefan Drößler, einer der Begründer des Festivals und Leiter des Filmmuseums München, führten in das diesjährige Programm ein: Wie immer ist es bunt gemischt, wobei diese Mal der japanische Stummfilm im Mittelpunkt steht. An zwei Abenden soll sogar ein Benshi, ein traditioneller japanischer Filmerzähler, bei den Vorführungen zugegen sein.

Begleitend organisiert das Festival in Zusammenarbeit mit der Uni Bonn ein Symposium zur deutsch-japanischen Filmgeschichte, das nicht nur dem Fachpublikum, sondern auch Stummfilminteressierten und Japanbegeisterten offensteht. In diesem Rahmen soll auch das 150-jährige Bestehen der japanisch-deutschen Beziehungen gefeiert werden.


Schwungvoller Start mit „Rennsymphonie“

„Rennsymphonie“ hieß der achtminütige Vorfilm von 1928, der am Eröffnungsabend den Startschuss gab. Szenen aus der Eisenbahn und vom Pferderennen ließen den Zuschauer einen authentischen Blick auf das Deutschland der zwanziger Jahre erhaschen. Unterlegt wurde der Film mit einer spritzigen Percussion-Begleitung – Live-Musik, wie es sich für den Stummfilm gehört.

Erstmals lobt beim diesjährigen Sommerkino das Beethovenfest Bonn einen Preis für die beste Live-Filmmusik aus. Der Gewinner darf sich nicht nur auf ein Preisgeld freuen, sondern auch im Rahmen des Beethovenfests 2011 in der Post Tower Lounge auftreten. Neben diesem Preis, der von einer Fachjury vergeben wird, soll es auch einen Publikumspreis geben.

Der Hauptfilm, „Les Ombres qui passent“, ist eine französische Produktion aus dem Jahr 1924. Er erzählt die Geschichte von einem jungen Engländer, der, um die Formalitäten einer großen Erbschaft zu regeln, nach Paris reist, und dort im Geldrausch und in der fremden Großstadt seine junge Ehefrau, die er in England zurückgelassen hat, fast vergisst.

Auch wenn der Film die meiste Zeit in Schwarz-Weiß war – und aus heutiger Perspektive uralt – zu unterhalten wusste er trotzdem. Neben den altmodischen Badeanzügen sorgten viele kleine Gags und lustige Wendungen für Lacherfolge.

Bis zum 21. August zeigt das Bonner Sommerkino noch zahlreiche Stummfilme im Arkadenhof der Uni Bonn. Der Eintritt ist frei.


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