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Kulturarbeit - Klaus Torsy

Kulturrat besorgt über "Oper in Köln, Tanz in Bonn"

Kulturpolitik II: Die Äußerungen von Oberbürgermeister Nimptsch werden nun auch überregional kritisiert. Kulturrat: Starke Städte brauchen starke Kultur-Kraftwerke. Personalrat von Theater Bonn befürchtet Sabotage durch unbedachte Spekulationen.


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Die durch den städtischen Sparzwang ausgelöste Neuausrichtung der Bonner Kulturpolitik wird inzwischen auch überregional diskutiert. Der Deutsche Kulturrat, der Spitzenverband der Bundeskulturverbände, zeigte sich heute "sehr besorgt" über die Äußerungen des Bonner Oberbürgermeisters Jürgen Nimptsch zur "Aufgabe des Bonner Opernhauses".

Nimptsch hatte am Wochenende auf einem Symposium erklärt, es sei zu überlegen, im Zuge regionaler Zusammenarbeit auf die Sparte Tanz in Bonn und die Oper in Köln zu setzen. Der OB sah sich inzwischen genötigt erneut darauf hinzuweisen, dass er diesen Gedanken als Anregung für die weitere Diskussion um die Kulturstandorte verstanden wissen wollte.

Der Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates, Olaf Zimmermann, sagte heute in Berlin: "Starke Städte brauchen starke Kultur-Kraftwerke. In Zeiten der Finanzkrise muss die ein oder andere Stadt sicherlich ihren Gürtel enger schnallen."

Im Übrigen wies er darauf hin, dass Einsparmaßnahmen nicht dazu führen dürften, dass das kulturelle Profil einer Stadt immer stärker verwässert werde. "Die Identität einer Stadt hängt unmittelbar mit ihren Kulturleistungen zusammen", so Zimmermann.

Auch der Personalrat von Theater Bonn kommentierte heute die Äußerungen des Oberbürgermeisters. In einem offenen Brief an die Bonner Bürgerinnen und Bürger sowie die Politiker heißt es, der Vorschlag sei "keine Stammtisch-Idee, sondern ausgerechnet vom noch amtierenden Kulturdezernenten, OB Jürgen Nimptsch, vor sachkundigem Publikum vorgetragen".

Damit sieht der Personalrat die Erarbeitung eines Kulturkonzeptes, wie es die Aufgabe der städtischen Kulturkommission ist, ernsthaft gefährdet. "Um zu einem tragfähigen, dauerhaften Ergebnis zu kommen, sind jedoch Zeit, Sachverstand und eine Einbeziehung aller Beteiligten nötig", heißt es in dem Brief. "Im Moment läuft das Projekt Gefahr, durch unbedachte Spekulationen sabotiert zu werden."


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