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Kulturarbeit, Musik, Theater, Ausstellung - Christiane Wiegand

Kultur durch Wandel

Essen und das Ruhrgebiet sind die Kulturhauptstadt Europas 2010. Das Programm umfasst über 2500 Veranstaltungen.


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Foto: Manfred Vollmer

Foto: Manfred Vollmer

Foto: Rupert Oberhäuser

Foto: Manfred Vollmer

Die Eröffnung der Kulturhauptstadt Ruhr 2010 krönte am vergangenen Samstag sechs Jahre der Arbeit und Planung. An der Open-Air-Zeremonie nahmen unter anderem Bundespräsident Horst Köhler, NRW-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers und José Manuel Barroso, der Präsidenten der Europäischen Kommission, teil. Im Anschluss begann ein dreitägiges Kulturfest auf dem Gelände der Essener Zeche Zollverein, die seit 2001 zum Weltkulturerbe gehört. Damit fiel der Startschuss zu rund 300 Projekten mit über 2500 Veranstaltungen, die in diesem Jahr in zahlreichen Städten im Ruhrgebiet stattfinden werden.

Die Stadt Essen trägt den Titel der Kulturhauptstadt stellvertretend für 53 Städte des Ruhrgebiets. Unter dem Motto "Wandel durch Kultur, Kultur durch Wandel" soll das Jahr 2010 in dem ehemaligen Industrieballungsraum ganz im Zeichen der Kultur stehen und helfen, mit alten Klischees vom "Ruhrpott" aufzuräumen. Das Projekt Kulturhauptstadt Ruhr2010 begann bereits 2004, als eine von der NRW-Landesregierung eingesetzte Expertenjury sich gegen Münster und Köln und für Essen und das Ruhrgebiet als nordrhein-westfälischen Kandidaten für die Kulturhauptstadt Europas entschied. Nach einem Beschluss der EU hatte Deutschland für 2010 das Vorschlagsrecht und der Bundesrat benannte das Ruhrgebiet neben dem sächsischen Görlitz im Mai 2005 als deutschen Bewerber um den Titel. Im November 2006 bestätigte der Europäische Rat offiziell die Empfehlung einer europäischen Expertenjury und kürte Essen und das Ruhrgebiet sowie die ungarische Stadt Pécs und Istanbul zur Kulturhauptstadt Europas 2010.

Das Programm der Kulturhauptstadt Ruhr 2010 gliedert sich in die drei Leitthemen Mythos, Metropole und Europa, die wiederum sechs Programmfelder durchziehen: Bilder, Theater, Musik, Sprache, Kreativwirtschaft und Feste. Dabei setzen die Veranstalter bewusst auf Kontraste und Widersprüche, um unter anderem den unfertigen Charakter des Ruhrgebiets als einer "Metropole des 21. Jahrhunderts" und den Wandel der Region vom Industrie- zum Kulturraum für den Besucher erlebbar zu machen. Hochkultur steht hier Seite an Seite mit Populärkultur, urbane Attribute treffen auf landschaftliche Idylle, Vergangenheit verschmilzt mit Zukunft.

Zu Beginn des Kulturhauptstadtjahres beginnt am 15. Januar im Essener Dom das weltweit größte Orgelfestival "Orgellandschaft Ruhr". Das Festival verbindet erstmalig verschiedene kirchliche und kommunale Orgelfestivals und Konzertreihen im Ruhrgebiet zu einem Ganzen. Rund 480 Konzerte werden über das Jahr verteilt an über 70 Spielorten stattfinden. Weitere Informationen sowie das Programm sind auf www.orgellandschaft-ruhr.de zu finden.

Bereits eröffnet ist das neue Ruhr Museum in der ehemaligen Kohlenwäsche der Zeche Zollverein in Essen. Die Dauerausstellung "Natur Kultur Geschichte" präsentiert an historischer Stätte die Geschichte einer der größten Industrieregionen der Welt bewusst mit Blick auf Gegenwart und Zukunft.  

Im Neubau des Essener Museums Folkwang ist ab dem 20. März die Sonderausstellung "Das schönste Museum der Welt" zu sehen. Die Ausstellung ist der Sammlung Folkwang und ihrer Geschichte gewidmet und rekonstruiert die von den Nationalsozialisten 1937 konfiszierte Sammlung des Museums mit Werken von Kandinsky, Matisse und Munch.

Eine einzigartige Museumslandschaft eröffnet sich dem Besucher durch das Projekt RuhrKunstMuseen, in dem sich 20 Kunstmuseen des Ruhrgebiets zusammengeschlossen haben. Das vernetzte Ausstellungsprojekt "Mapping the Region" beschäftigt sich mit der Nutzung von kartographischen Begriffen und Methoden in einem künstlerischen Kontext und ab März 2010 sorgt eine Busflotte des RKM-Projekts "Collection Tours" nicht nur für die nötige Mobilität. Die Busse werden im Rahmen der Reihe "Reisegespräche" zum Gesprächsraum, in welchem Kunstvermittler und Experten dem Reisenden Rede und Antwort stehen.

Am 27. und 28. Februar kommt das Theaterprojekt "Odyssee Europa" zur Uraufführung.  Sechs Theater des Ruhrgebiets haben sechs europäische Autoren eingeladen, Homers Heldendichtung neu zu bearbeiten. Wie Odysseus begibt sich der Zuschauer bei einem zweitägigen Theatermarathon auf eine "Irrfahrt" von Theater zu Theater und von Stadt zu Stadt, kreuz und quer durch das Ruhrgebiet.

Das "Still-Leben Ruhrschnellweg" bringt am 18. Juli den Verkehr auf der "Hauptschlagader des Ruhrgebiets" zwischen Duisburg und Dortmund zum Stillstand. Eine 60 Kilometer lange Tafel aus 20.000 Tischen lädt von 11.00 bis 17.00 Uhr als Begegnungsstätte der Kulturen zum Verweilen ein. Am 18. Januar startet die zweite Anmeldephase für das Event.

Das komplette Programm der Kulturhauptstadt Ruhr 2010 sowie aktuelle Informationen sind auf www.ruhr2010.de zu finden.

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