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Sonstiges - Wolfgang Guting

Internationales Jahr der Astronomie

Mit einer Ringvorlesung erinnert die Universität Bonn an die Entdeckung der Gesetzmäßigkeiten, nach welchen sich die Monde um die Planeten und die Planeten um die Sonne bewegen.


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Himmelsscheibe von Nebra

Galileo Galilei

Zentrum des Krebsnebels

1609 entdeckte Johannes Kepler diese Gesetzmäßigkeiten, die er in seiner „Astronomia nova“ veröffentlichte. Ebenfalls 1609 verwendete Galileo Galilei erstmals das ein Jahr zuvor erfundene Fernrohr zur Beobachtung von Himmelskörpern. Aus Anlass dieser bahnbrechenden Ereignisse wurde 2009 zum Internationalen Jahr der Astronomie erklärt.

Die Universität Bonn verantaltet im Sommersemester 2009 eine Ringvorlesung, die  „die vielen geistigen und technischen Errungenschaften der frühen und modernen Astronomie und Astrophysik aufzuzeigen“. Die Vorträge finden jeweils Donnerstags um 20:00 Uhr in Hörsaal I im Hauptgebäude der Universität Bonn statt.

Als Referenten konnten eine Reihe illustrer Wissenschaftler gewonnen werden. U. a. auch die aus dem Fernsehen bekannten Ranga Yogeshwar (9.7.) und Prof. Dr. Harald Lesch (30.4.), der 1994 in Bonn mit dem Thema „Galaktische Dynamik und Magnetfelder“ habilitierte.

Folgende Vorträge sind vorgesehen:

16.4. „Die Himmelsscheibe von Nebra - ein früher Blick in den Kosmos“ von Prof. Dr. Wolfhard Schlosser, Universität Bochum..
2002 wurde im Baseler Hilton-Hotel in einer spektakulären Aktion ein prähistorischer Fund beschlagnahmt, dem neben zwei goldverzierten Bronzeschwertern auch die Himmelsscheibe von Nebra angehörte. Die Bronzescheibe zeigt Goldfiguren, die als Sonne, Mond und Sterne zu erkennen sind. Sie ist der Schlüsselfund der Archäoastronomie schlechthin. Prof. Schlosser referiert den den gegenwärtigen Kenntnisstand zur Archäologie, Metallurgie und Astronomie der Scheibe.

23.4. „Das geozentrische Weltbild - Plädoyer für eine Meisterleistung der Wissenschaft des Altertums“ von Dr. Jürgen Hamel, Archenhold-Sternwarte Berlin.
Dr. Hamel beschäftigt sich mit dem Weltbild des Ptolemäus, das er als ein „bewundernswertes Wissenschaftsgebäude“ erkennt.

30.4. „Was hat das Universum mit uns zu tun?“ von Prof. Dr. Harald Lesch, LMU, München.
Prof Lesch wird in seinem Vortrag folgende Themen referieren: 1. Der Anfang - Quantenmechanik und ART in Aktion / 2. Das Ungleichgewicht - Materie besiegt Antimaterie 1:0 / 3. Der Nebel lichtet sich - Strahlung wird frei / 4. Die Entstehung der Galaxien - Materie macht ihr eigenes Ding / 5. Der Materiekreislauf - es ist nicht alles Gold / 6. Das Sonnensystem - endlich daheim / 7. Das Leben - eine neue Tür geht auf / 8. Der Mensch - vielen Dank Plattentektonik

7.5. „Galilei, der Künstler“ von Prof. Dr. Horst Bredekamp.
Galileis Sternenbote von 1610 gilt nach Kopernikus De Revolutionibus als das zweites, umwälzendes Werk in der Geschichte der Astronomie.

14.5. „Von Argelander bis zum Argelander-Institut - Bonner Astronomen auf den Spuren der Milchstraße“ von Prof. Dr. Wilhelm Seggewiß, AIfA, Universität Bonn.
Friedrich Wilhelm August Argelander, Direktor der Bonner Sternwarte von 1836 bis 1875, untersuchte veränderliche Sterne und führte die Bonner Durchmusterung durch, in der er Stern für Stern beobachtete und Position und Helligkeit katalogisierte. Insgesamt wurden 325.000 Sterne erfasst.

28.5. „An der Schwelle zur Gravitationswellenastronomie“ von Dr. Peter Aufmuth, Universität Hannover.
Die erfolgreiche Beobachtung von Gravitationswellen wird einen neuen Zweig der Astronomie begründen, der grundsätzlich andere Informationen über das Weltall liefert als die herkömmliche Astronomie.

4.6. „Das dunkle Universum“ von Prof. Dr. Matthias Bartelmann, ITA, Universität Heidelberg.
Nach neuesten Erkenntnissen ist fast alles im Universum dunkel. Dunkle Materie und dunkle Energie machen den grö0ten Teil des Universums aus.

18.6. „Physik nahe am Urknall mit dem Large Hadron Collider in Genf“ von Prof. Dr. Norbert Wermes, Physikalisches Institut, Universität Bonn.
Professor Wermes referiert über den „Large Hadron Collider“ in Genf, den größten Beschleuniger der Welt. Hier geht es um die Vermessung von Reaktionen, wie sie kurz nach dem Urknall (eine billionstel Sekunde, 10-12s) im Universum vorlagen.

25.6. „Wie das Universum altert“ von Prof. Dr. Johannes Schmid-Burgk, MPI für Radioastronomie, Bonn.

2.7. „Die Bewohnbarkeit unseres Planeten“ von Dr. Andreas Schulz, Universität zu Köln.
Über die physikalischen Phänomene und Zusammenhänge, die die Bewohnbarkeit eines Planeten durch Menschen ermöglichen.

9.7. „Astronomie - mein anderes Fernsehen...“ von Ranga Yogeshwar.

16.7. „Die dritte Dimension des Universums: Entfernungsbestimmungen in der Astronomie“ von Dr. Ulrich Bastian, ARI, Universität Heidelberg.

23.7. „Kosmische Zeitgeber“ von Prof. Dr. Michael Kramer, MPI für Radioastronomie.
Waren früher Astronomen für das Messen der Zeit verantwortlich, übernehmen heute Physiker mit ihren exakten Atomuhren diese Aufgabe, Denkbar ist aber, dass schon in naher Zukunft Radioastronomen diese Funktion übernehmen, die Pulsare beobachten, deren „Pulse“ eine Genauigkeit hat, die mit den Atomuhren vergleichbar ist.

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