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Kulturarbeit, Ausstellung - Christiane Wiegand
Habemus Manuscriptum!
Das Beethovenhaus Bonn feiert den Ankauf der Originalhandschrift der Diabelli-Variationen. Ein Festakt im Beisein von Bundespräsident Horst Köhler krönt den Abschluss des Projekts.
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Das Bonner Beethoven-Haus konnte am Donnerstag den Abschluss eines prestigeträchtigen Projekts feiern. Nach fünfjährigen Bemühungen ist es nun gelungen, die Originalhandschrift von Ludwig van Beethovens Diabellivariationen für Klavier op. 120 für die Sammlung des Hauses zu erwerben. Für einen nicht näher genannten Betrag im siebenstelligen Bereich wechselte die Handschrift den Besitzer. Sie hatte sich zuvor in privatem Besitz in der Schweiz befunden, der bisherige Besitzer wollte allerdings nicht namentlich genannt werden.
Mit einem Festakt im Kammermusiksaal des Beethoven-Hauses wurde das Manuskript feierlich in die Bonner Sammlung aufgenommen. Zu den Ehrengästen gehörten Bundespräsident Horst Köhler, Kulturstaatsminister Bernd Neumann, Isabel Pfeiffer-Poensgen, Generalsekretärin der Kulturstiftung der Länder, sowie NRW-Kulturstaatssekretär Hans-Heinrich Grosse-Brockhoff, der in Vertretung von Ministerpräsident Jürgen Rüttgers an der Veranstaltung teilnahm. Auch der geistige Vater des Ankaufprojekts, der ehemalige Direktor des Beethoven-Hauses, Andreas Eckhardt, wohnte den Feierlichkeiten bei.
Im Zentrum des Abends stand die herausragende Gemeinschaftsleistung von öffentlicher und privater Hand, die den Ankauf überhaupt erst ermöglicht hatte. Neben Großspendern wie der Sparkasse KölnBonn, der Deutschen Bank und dem Bonner General-Anzeiger und Künstlern wie Daniel Barenboim und Anne-Sophie Mutter haben auch über 3.000 Beethoven-Freunde aus aller Welt das Projekt mit großen und kleinen Spenden unterstützt. In einer bis in die Nacht andauernden Sitzung beschloss der Bonner Stadtrat zudem am 16. Dezember einstimmig, dem Beethoven-Haus einen Betrag von 50.000 Euro zur Verfügung zu stellen, und schloss damit die letzte Finanzierungslücke.
In seinem Grußwort lobte Bundespräsident Horst Köhler den gemeinschaftlichen Kraftakt und gratulierte dem Beethoven-Haus zum Erwerb eines „herausragenden Stückes unseren kulturellen Erbes“. Gleichzeitig wies er jedoch auf die Missstände hin, die immer noch vor allem im Bereich der kulturellen Bildung existieren, und äußerte die Hoffnung, dass das Ankaufprojekt als Vorbild für ähnliche Projekte dienen möge. Bernd Neumann würdigte die Neuerwerbung als ein „Paradebeispiel für den kooperativen Föderalismus“ und auch Isabel Pfeiffer-Poensgen betonte die gemeinsamen Anstrengungen aller 16 Bundesländer, die schließlich zum Erfolg führten.
Zum Abschluss des Festakts spielte der international erfolgreiche Pianist Andreas Staier die 33 Variationen, die Ludwig van Beethoven zwischen 1819 und 1823 über ein Thema von Anton Diabelli komponierte und die der Direktor des Beethoven-Hauses, Philipp Adlung, als einen Mikrokosmos der beethovenschen Musik bezeichnete.
In einer Sonderausstellung im Beethoven-Haus ist das Manuskript nun bis zum 18. April 2010 zum ersten Mal öffentlich zu sehen. Außerdem soll ein hochwertiger Faksimiledruck hergestellt, die Handschrift digitalisiert und im digitalen Archiv des Beethovenhauses veröffentlicht werden. In Folge der Veröffentlichung erwartet der Leiter des Museums im Beethoven-Haus, Dr. Michael Ladenburger, eine Neubewertung des Werks, sowohl durch Musikwissenschaftler als auch durch Künstler, die nun erstmals Zugang zu Beethovens Originalhandschrift erhalten.
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