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Kabarett - Julia Altenhoff

Die EU wird immer noch von Politikern gemacht

Völkerverständigung, Brüssel, Heimat - ein Interview mit dem Kabarettisten Sebastian Schnoy.


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Sebastian Schnoy. (Foto: Marcel Schaar)

Am 14. Januar trat der Hamburger Kabarettist Sebastian Schnoy mit seinem Programm "Hauptsache Europa" im Haus der Springmaus auf. Darin müssen sich die Mitgliedstaaten der EU einer kritsch-kabarettistischen Überprüfung unterziehen. Im Interview mit "Kultur-in-Bonn.de" spricht Sebastian Schnoy über seine Beziehung zu Europa.

Kultur-in-Bonn.de: Meinen Sie, dass die Menschen ein vereintes Europa positiv sehen?

Schnoy: Es wird. Aber es ist noch schwierig. Ich sage immer: Völkerverständigung ist eine Kulturpflanze, die jeden Tag gegossen werden muss. Sie muss jeden Tag erneut gehegt und gepflegt werden.

Kultur-in-Bonn.de: Was müsste verbessert werden zur Stärkung des Gemeinschaftsgefühls?

Schnoy: Es müsste mehr in den Medien dargestellt werden. Das Problem ist immer noch, dass die EU von Politikern gemacht wird und diese alles an sich reißen. Es wird kaum auf den einzelnen Menschen eingegangen und seine Bedürfnisse, das Gemeinschaftsgefühl muss von den Politikern oben gestärkt werden.

Kultur-in-Bonn.de: Ihre Freundin ist Französin. Haben Sie sonst noch Kontakt zu anderen Nationen – privat oder beruflich?

Schnoy: Ja. Ich trete in den deutschsprachigen Ländern auf, Deutschland, Österreich und Schweiz regelmäßig  In Belgien auch, dort in deutscher Sprache. In England oder Amerika würde ich gerne auftreten. Da gibt es aber das Problem, dass ich fachspezifische Wörter nicht kenne, den kulturellen Hintergrund in dem jeweiligen Land nicht habe – zum Beispiel die Prominenten nicht kenne, einfach das Insiderwissen nicht habe und auch der Humor ein anderer ist. Es ist schwer in einer anderen Sprache als in seiner Muttersprache Comedy oder Kabarett zu machen. Außerdem habe ich einen Sohn, der bilingual aufwächst – deutsch und französisch. Und ich habe natürlich Freunde in europäischen Ländern.

Kultur-in-Bonn.de: Haben Sie vor, noch andere Shows zu machen mit dem Thema „Europa“? Oder planen Sie ein anderes Thema?

Schnoy: Es erscheint im August 2010 mein neues Buch „Heimat ist, was man vermisst“. Ich gehe auf das Historische ein. Sozusagen auf die „Deutsche Seele“, was Heimat genau ist. Jetzt bin ich erstmal mit dem „Europa“ Programm auf Tour.

Kultur-in-Bonn.de: Haben Sie persönlich ein schönstes Tournee-Erlebnis in europäischen Ländern?

Schnoy: Als die Schweizer mein Programm gut angenommen haben. Schweizer sind eben keine Deutschen, die sind eher skeptisch erstmal. Aber das war ein tolles Gefühl bei ihnen aufzutreten!

Mit Sebastian Schnoy sprach Julia Altenhoff.



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