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Kulturarbeit, Musik - Klaus Torsy

Breite Mehrheit für Festspielhaus

Der Bonner Stadtrat stimmt für ein neues Konzerthaus in der Rheinaue. Für die Finanzierung soll neben privaten Initiativen ein weiterer Hauptsponsor gefunden werden.


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Bis auf die Linksfraktion hat sich der Bonner Stadtrat am Donnerstagabend für ein neues Beethoven Festspielhaus ausgesprochen. Der Neubau soll in der Rheinaue errichtet werden und rechtzeitig bis 2020, dem 250. Geburtstag von Beethoven, in Betrieb sein.

Oberbürgermeister Jürgen Nimptsch (SPD) freute sich: "Jetzt können wir mit Elan an die Realisierung gehen." Zu Sitzungsbeginn hatte er für das Projekt geworben, das allerdings den städtischen Haushalt nicht belasten solle. Zugleich verteidigte Nimptsch seinen Entschluss vom Frühjahr 2010, das Projekt auf Eis zu legen und sich zunächst dem WCCB und der Sanierung des Haushalts zu widmen.

Für Klaus-Peter Gilles (CDU) hatte der OB seinerzeit das Projekt „schockgefroren“. Er warb um Verständnis auch für diejenigen, die sich mit Projekt schwerer tun als seine Befürworter.

Der SPD-Fraktionsvorsitzende Wilfried Klein betonte, dass der Ratsbeschluss Leidenschaft und Begeisterung in die Region bringen solle. Bis zum 30. Juni 2012 gelte es nun, das „Finanzierungsdelta“ zu schließen.

Für die Linksfraktion kritisierte ihr kulturpolitischer Sprecher Jürgen Repschläger das Vorhaben. Sollte das Festspielhaus in der Rheinaue gebaut werden, entstünde ein neuer Stadtteil im Schatten von WCCB und Post-Tower – eine für viele Bonner psychologische Barriere. „Das Konzept ‚Kultur für alle‘ wird konterkariert“, so Repschläger.

Die von vielen prominenten Befürwortern ausgesprochenen Warnungen, ohne ein neues Festspielhaus gingen in Bonn die Lichter aus, bezeichnete er als unverantwortlich. Repschläger erneuerte die Forderung seiner Fraktion, die Beethovenhalle zu einem hochwertigen Konzertsaal umzurüsten. Ein drittes Konzerthaus – neben Beethovenhalle und Oper – sei dagegen „haushaltspolitisches Harakiri“.

Bernhard Wimmer vom Bürger Bund Bonn bezeichnete Repschlägers Ausführungen als „Klassenkampf gegen das Festspielhaus“. Bonn brauche ein neues Festspielhaus, um sich national und international profilieren zu können. Bei dem Projekt gelte, was für jedes Unternehmen gelte: „Wer nichts wagt, gewinnt auch nichts“, erklärte Wimmer.

Die Deutsche Post hat als einzig verbliebener Hauptsponsor eine Beteiligung von 40 Prozent an der ursprünglichen Brutto-Investitionssumme von 75 Millionen Euro zugesagt. Um den fehlenden Betrag von mindestens 45 Millionen Euro zusammenzubringen, soll die Verwaltung bis Mitte nächsten Jahres einen weiteren Großsponsor für das Projekt gewinnen. Zudem begrüßten die Ratsmitglieder das private Engagement von Bürgern und Unternehmern.


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