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Kino - Almut Stärk
Bonnywood im Woki
Hollywood kennt man, Bollywood mittlerweile auch, aber Bonnywood? Unter diesem Motto stand die Kurzfilmpremiere im Woki. Gezeigt wurden sechs kurze Dokumentarfilme von amerikanischen Filmstudenten.
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Ins Leben gerufen hat diese Veranstaltung die Akademie für Internationale Bildung (AIB), die ein spezielles Programm für die Filmstudenten der Loyola Marymount University in Los Angeles anbietet: ein Auslandssemester an der Film & Television School Europe in Bonn.
Siebzehn Studenten verbrachten vier Monate in Gastfamilien in Bonn, nahmen an Kursen im Bereich der technischen Filmausbildung teil und hatten die Aufgabe, innerhalb dieses Zeitraums unter professionellen Bedingungen einen eigenen kurzen Dokumentarfilm zu drehen. Am Ende des Aufenthalts wählte eine Jury sechs Kurzfilme aus, die nun im Woki einem größeren Publikum vorgestellt wurden.
Das Ergebnis: Sechs überaus unterhaltsame kleine Filme von 10-15 Minuten Länge mit sehr unterschiedlichen Themen. So zum Beispiel Filme mit regionalem Bezug, darunter eine Dokumentation über die Geschichte des Sonic Ballrooms, berühmt-berüchtigte Punkkneipe in Köln. Der Kurzfilm „A Tiny Move“ zeigt einen Zahntechniker aus Herford (Nordrhein-Westfalen), der eines schönen Tages seinen Beruf an den Nagel hängt, in ein sehr kleines, selbstgebautes Holzhaus zieht und den Bau kleiner Holzhäuser auch gleich zu seinem neuen Beruf macht.
Allgemeine Heiterkeit löste eine Dokumentation über die Extremsportart „Extreme Ironing“ (Extrembügeln) aus. Ein junger Soldat berichtet dort nur am Rande von seinem Einsatz in Afghanistan, viel wichtiger waren ihm seine Anekdoten zum Thema Extreme Ironing. Ein praktischer Sport, für den man so gar keine Spezialausrüstung braucht: nur ein Bügelbrett, ein Bügeleisen und ein Hemd. Auf dem Kilimandscharo hat er schon gebügelt, für die Zukunft hat er aber noch größere Pläne, denn am liebsten würde er einen neuen Rekord aufstellen.
Daneben setzten sich einige Filme sehr ernsthaft mit dem Gastland Deutschland auseinander. Der Film „Displaced“ behandelt die Diskriminierung von Einwanderern in der deutschen Gesellschaft aufgrund von Herkunft und Sexualität, einer komplexen Verbindung zweier ohnehin schwieriger Themen. Ein anderer Film beschäftigte sich mit dem Taschendiebstahl, dem in kunstvoller Weise das Handwerk des Zauberers gegenübergestellt wurde.
Im letzten Film "A Yodel within" bekam man dann endlich auch mal Lederhosen zu Gesicht. Was hätten die Amerikaner denn sonst auch für ein sonderbares Deutschlandbild? Es geht um das Jodeln und um Jodel-Fans aus Amerika, zu denen auch der junge Regisseur selbst zu zählen scheint. Er macht sich auf, um den legendären Franzl Lang zu besuchen. Der Versuch scheitert und so entschließt er sich, selbst jodeln zu lernen. Am Ende des Films sieht man ihn nicht nur beschwingt jodelnd einen Berg erklimmen, sogar bei der Preisverleihung ließ er sich zu einem kleinen Jodler hinreißen.
Sehr gelungene Beiträge der amerikanischen Filmstudenten und eine gute Organisation – die ersten Bonnywood-Produktionen ernteten im vollen Kinosaal des Woki viel Beifall.
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