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Kulturarbeit - Wolfgang Guting

"Bonn braucht unbedingt das Haus der Bildung"

Kommunalwahl (V): Interview mit Bärbel Richter, kulturpolitische Sprecherin der SPD-Ratsfraktion, zur künftigen Kulturpolitik.


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Bärbel Richter (SPD).

Die Kommunalwahl steht vor der Tür. Was haben die im Bonner Rat vertretenen Parteien und Gruppen in der lokalen Kulturpolitik vor? Was tun sie zur Stärkung des Kulturstandortes Bonn und wie ist ihre Stellung zum Festspielhaus?  

Kultur-in-Bonn.de hat dazu fünf Fragen formuliert und die Politiker um Stellungnahme gebeten. In der letzten Folge der Interview-Serie beantwortet heute Bärbel Richter (SPD) die Fragen.

Kultur-in-Bonn.de: Was sind die konkreten Schwerpunkte der lokalen Kulturpolitik Ihrer Partei?

Bärbel Richter: Die konkreten Schwerpunkte der SPD sind relativ leicht zu umschreiben. Die SPD kommt aus der Arbeiterbewegung, aus der Arbeiterkulturbewegung. Das heißt alle Dinge, die mit der Daseinsvorsorge im Zusammenhang stehen, was für uns die Stadtbibliothek, die Musikschule, aber auch die freie Szene sind, stehen sowieso im Focus unserer Schwerpunkte. Wir hier in Bonn wissen natürlich auch, dass neben diesen Schwerpunkten die sogenannte etablierte Kultur nicht zu kurz kommen darf. Bonn hat ein attraktives Angebot an Oper, an Theater und auch an Musik. Das ist nicht nur Beethoven, sondern dazu gehören auch Schumann und Andere. Das bedeutet, dass man diese Förderung auch nicht aus den Augen verlieren darf.

Kultur-in-Bonn.de: Was tun Sie zur Stärkung des Kulturstandortes Bonn?

Bärbel Richter: Die Stärkung des Kulturstandortes Bonn wird von uns dadurch begleitet, dass sich Bonn auch im Kulturbereich weiter entwickeln kann. Dazu gehört zum Beispiel, dass der Schwerpunkt auf Beethoven und Musik zusammen mit dem Beethovenfest ebenso verstärkt werden muss wie auch im Zusammenspiel des Beethovenfestes mit den anderen Kultureinrichtungen, seien es Kunstmuseum, seien es Theater oder andere, auch freie, Kultureinrichtungen. Es muss auch das, was sich in den Stadtteilen etabliert hat, wie in Endenich, in Beuel, oder die freie Tanzszene - vor allem nach Abschaffung der eigenen Sparte Tanz - weiter gefördert werden. Ich denke, wir sind auf einem guten Weg, indem wir zum Beispiel immer wieder versuchen, die Zusammenarbeit zwischen diesen verschiedenen Kulturinstituten zu fördern. Bonn als Weiterbildungsstadt braucht unbedingt das Haus der Bildung. Wir sind nicht nur eine gut gebildete Stadt, sondern auch eine Stadt, in der sich Weiterbildung wahrscheinlich noch mehr zu einem Schwerpunkt ausformen wird.

Kultur-in-Bonn.de: Was muss Ihrer Meinung nach konkret zur Förderung freier und alternativer Kulturprojekte vorgenommen werden?

Bärbel Richter: Die Förderung freier und alternativer Kulturprojekte wird in Bonn auf verschiedene Art unternommen. Das ist einmal die institutionelle Förderung, aber eben auch die Projektförderung. Wir sind stolz darauf, dass wir in Bonn Einrichtungen haben wie das Fringe-Ensemble, das Theater im Ballsaal, die auch über Bonn hinaus wirken, oder das Theater Marabu. Diese Einrichtungen übernehmen zum Teil ja auch Bildungsaufgaben. Es muss auf jeden Fall gesichert werden, dass an diese Haushaltsstellen nicht der Rotstift angesetzt wird.

Kultur-in-Bonn.de: Wie ist Ihre Stellung zum Festspielhaus?

Bärbel Richter: Das Festspielhaus wird für Bonn eine große Chance sein. Erstens, weil der Bau nicht von der Stadt übernommen werden muss. Zweitens, weil Bonn mit dem Namen Beethoven in der Zukunft noch wesentlich mehr reüssieren kann, als es das bisher getan hat. Drittens, weil das Beethovenfest sich in den letzten Jahren ausgesprochen gemausert hat. Wir wollen, dass es auch in Zukunft kein regionales oder städtisches Fest ist, sondern tatsächlich auch ein nationales oder im besten Fall sogar internationales. Wir sind der festen Überzeugung, dass das auch dem Wirtschaftsstandort Bonn gut tun wird. Die Finanzierung des Baus ist, wie gesagt, nicht von der Stadt zu übernehmen. Wir sind der festen Überzeugung, dass auch die Spielpläne und die weiteren Überlegungen, was in diesem Haus alles geboten werden kann, es der Stadt ermöglichen, dieses Festspielhaus mit einem Betrag zu bespielen, der nicht wesentlich über dem liegt, was jetzt schon an Förderung für die Beethovenhalle bereitgestellt wird. Ich persönlich bin der festen Überzeugung, dass, wenn es steht und in Betrieb genommen wird, zusätzlich zu der geplanten Stiftung, die den Betrieb sichern soll, sicherlich auch noch weitere Stiftungen dazukommen werden.

Kultur-in-Bonn.de: Welche kulturelle Veranstaltung haben sie zuletzt in Bonn besucht.

Bärbel Richter: Ausstellungseröffnungen, Theater und schon einige Zeit zurück auch ein Opernbesuch, Konzerte.

Das Interview führte Wolfgang Guting.

Diskutieren Sie mit: Bonner Kulturpolitiker im Interview


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