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Kino - Michael Hermann

Weihnachtsmann im Bauwagen

„Als der Weihnachtsmann vom Himmel fiel“ ist ein Märchenabenteuer für die Zielgruppe Zehn minus. Erwachsene dürften mit der Verfilmung von Cornelia Funkes Bestseller eher weniger anfangen können.


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Weihnachtsmann Niklas Julebukk (Alexander Scheer) bei der Arbeitsvorbereitung: Wünsche notieren. (Bild: Constantin Film Verleih)

Waldemar Wichteltod (Volker Lechtenbrink) ist der böse Weihnachtsmannjäger. (Bild: Constantin Film Verleih)

Ben (Noah Kraus) und Charlotte (Mercedes Jadea Diaz) helfen dem letzten echten Weihnachtsmann. (Bild: Constantin Film Verleih)

Bens Mutter Lena (Jessica Schwarz) macht in Schokolade. (Bild: Constantin Film Verleih)

Niklas Julebukk (Alexander Scheer) ist der letzte echte Weihnachtsmann und muss aus der Weihnachtswelt auf die Erde fliehen, um sich vor dem fiesen Waldemar Wichteltod (Volker Lechtenbrink) und seinen Nussknacker-Schergen in Sicherheit zu bringen – und tun zu können, was seines Amtes ist.

Für Wichteltod & Co. ist Weihnachten hingegen Zahltag: Sie wollen, dass möglichst viel Umsatz in den Geschäften gemacht wird. Ein echter Weihnachtsmann, der durch den Kamin rauscht und auch noch auf die manchmal gar nicht so materiellen Wünsche der Kinder eingeht, kann da nur stören.

Also verfolgen sie Julebukk, der sich auf der Erde mit zwei Engeln und zwei Kobolden in seinem Bauwagen verschanzt hat. Neben dem letzten übrig gebliebenen Rentier zählen zu seinen Unterstützern die Kinder Ben (Noah Kraus) und Charlotte (Mercedes Jadea Diaz) nebst Hund, mit denen er sich angefreundet hat. Und die beiden haben ihre je eigenen Probleme in Schule und Familie, die auch noch einer (weihnachtsgemäßen) Lösung harren …


Ein lässiger Santa Claus

Als der Weihnachtsmann vom Himmel fiel ist ein harmloser, nett gemeinter Kinder-Abenteuerfilm. Es haben sich alle ein bisschen zu sehr lieb, die Konflikte sind nicht konfliktreich genug, und Volker Lechtenbrink hat als Bösewicht nicht genug Gelegenheit, sprich: Szenen, um richtig böse zu sein.

Alexander Scheer sieht aus wie ein Studiosus aus den 70er-Jahren, der von der studentischen Arbeitsvermittlung als Santa Claus in die Fußgängerzonen geschickt wird. Entsprechend lässig, locker und ein bisschen hippiesk ist seine Weihnachtsmann-Figur angelegt, das macht Scheer mit langer Naturmatte wie auch mit Weißhaar-Lockenperücke ziemlich gut. Die Leistungen aller Kinderdarsteller gehen ebenfalls in Ordnung.

Jessica Schwarz und Fritz Karl haben als Bens Eltern in erster Linie die Aufgabe, die intakte Familie zu geben. Nachdem der Vater seine gut dotierte Stellung verloren hat, sind die drei aus der Großstadt in eine Kleinstadt gezogen, wo die Mutter eine alte Konditorei wieder flottmacht, um Süßigkeiten-Spezialitäten anzubieten (was an Lasse Hallströms Film Chocolat erinnert). Sohn Ben fremdelt derweil noch in der neuen Umgebung; da kommt der von den Bösewichten – die ein wenig Michael Endes „grauen Herren“ ähneln – gejagte Julebukk gerade recht, um den Jungen auf andere Gedanken zu bringen und seinen Glauben an den Weihnachtsmann zu restaurieren.  

Grundiert wird dieses Weihnachtsmärchen von der Kritik an der ausufernden Kommerzialisierung des Festes. Da stellt sich allerdings schon die Frage, ob ein in der Weihnachtszeit startender Kinofilm geeignet ist, zur Lösung des Problems beizutragen – oder selbst Teil des Problems sein könnte.

Als der Weihnachtsmann vom Himmel fiel - Regie: Oliver Dieckmann, mit: Jessica Schwarz, Fritz Karl, Alexander Scheer, Volker Lechtenbrink, Noah Kraus, Mercedes Jadea Diaz u. a., Deutschland 2011, FSK: ohne Altersbeschränkung, 105 Min., Kinostart: 24. November 2011.


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