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Kulturarbeit, Theater - Klaus Torsy
Stärkung vorhandener Theatereinrichtungen hat Vorrang
Angesichts der schwierigen öffentlichen Haushaltslage fordert der Verein Freunde der Kammerspiele den Erhalt und die Pflege der bestehenden Kulturszene – statt die "öffentliche Förderung aufwendiger kultureller Sondervorhaben".
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Nachdem erst vor wenigen Tagen die Theatergemeinde Bonn die Fixierung auf das Festspielhaus Beethoven kritisiert hatte, hat sich in die kulturpolitische Diskussion der Bundesstadt anlässlich des Welttheatertages nun auch der Verein Freunde der Kammerspiele eingeschaltet.
In einer Stellungnahme formuliert der Vorstand mit Kurt Tudyka an der Spitze sechs Forderungen. Vor dem Hintergrund der prekären Haushaltslage der Bundesstadt zeigt er sich besorgt um den Fortbestand der hiesigen Theaterszene, insbesondere der Spielstätten Opernhaus und Kammerspiel und der dort tätigen Ensembles.
An erster Stelle wird der Erhalt Bonns als eine Stadt "mit vielseitiger Kultur für Künstler und Kunstliebhaber" und ihr Publikum gefordert. Zwar sehen auch die Freunde der Kammerspiele den Zwang der Stadt zum Sparen und damit zur Setzung von Prioritäten. Dies dürfe jedoch nicht dazu führen, "dass einzelne Aktivitäten in ihrer Substanz oder gar ihrer Fortexistenz gefährdet werden".
Priorität müsse dagegen "die Existenzerhaltung und Stärkung hier tätiger Künstler gegenüber kostspieligen Gastspielen oder extravaganten Veranstaltungen haben", so eine Kernforderung. Eine "öffentliche Förderung aufwändiger kultureller Sondervorhaben, die vor allem durch ihre Exklusivität ein finanzkräftiges Publikum nach Bonn locken sollen", sei nur dann gerechtfertigt, wenn dies zur Haushaltskonsolidierung beitrage. Zudem müssten auf diesem Weg auch die vorhandenen Kultureinrichtungen nachhaltig gestärkt werden.
Dementsprechend seien Erhalt und Pflege bestehender Einrichtungen gegenüber kostenspieligen Neu- oder Umbauten zu bevorzugen.
Zudem unterstützen die Freunde der Kammerspiele die Idee von Oberbürgermeister Jürgen Nimptsch, den Rhein-Sieg-Kreis an der Finanzierung der Bonner Kultureinrichtungen zu beteiligen.
Schließlich pocht der Verein auf die Koalitionsvereinbarung der Ratsmehrheit, wonach der Spielbetrieb in den Kammerspielen bis mindestens 2013 sicherzustellen ist.
Neben ihren Forderungen bekräftigen die Freunde der Kammerspiele ihre Bereitschaft, an "Konzepten für die Kultur 2020 in Bonn" mitzuarbeiten.
Im Hinblick auf die angespannte kommunale Finanzsituation hat sich das Festspielhaus Beethoven zum Zankapfel entwickelt: Kritiker befürchten angesichts der unklaren Kosten für den städtischen Haushalt massive Einschränkungen für die übrige Kulturszene Bonns. Die Befürworter hingegen erhoffen sich eine bedeutende Aufwertung des Musikstandortes Bonn und drängen auf die Umsetzung des Projekts.
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