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Ausstellung - Marie Prescher
Spuren der Zeit in der Landschaft
Von überwältigend bis kaum sichtbar: Das Landesmuseum präsentiert Axel Thünkers Fotografien der Kulturlandschaft Nordrhein-Westfalens.
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Axel Thünker bezeichnet sich als Landschaftsfotograf, doch sind seine Motive deutlich verschieden von denen typischer landschaftlicher Postkartenfotografie. Ihm gelingt es mit seinen Fotografien von historischen Objekten, Emotionen zu wecken, die der Betrachter von diesen nicht erwartet.
Das LVR-Landesmuseum Bonn zeigt von heute bis 8. August 2010 die Fotografien von Axel Thünker in der Ausstellung "Zeitspuren“. Den Besucher erwartet keine reine Dokumentarfotografie archäologischer Bodenfunde der Region Nordrhein-Westfalen, denn Thünker geht darüber hinaus. Er fängt mit seinen Arbeiten bildlich das ein, was sonst nur spürbar ist: die Magie von Objekten, die von der Historie der Menschheit erzählen.
Die Ausstellung ist in vier thematische Bereiche gegliedert und zusätzlich nach Schwarz-Weiß- und farbigen Fotografien geordnet. Manche Objekte können sowohl in Farbe als auch in Schwarz–Weiß betrachtet werden und laden den Betrachter zum Vergleichen ein.
In dem thematischen Bereich Zeitzeugen – Archäologie und Landschaft finden sich Fotografien von Steinbrüchen und römischen Fernstraßen ebenso wie von Bächen, Hügeln und Senken. Unter dem Titel Unterweltsbilder – U-Bahn-Archäologie in Köln sind Fotografien gesammelt, die archäologischen Arbeiten im Zusammenhang mit dem Bau der neuen U-Bahn –Trasse in Köln zeigen. Die unterstädtische Welt der Metropole wird sichtbar und lebendig. Das Antike Tolbiacum, die wohl bekannteste historische Thermenanlage, und das darüber neu errichtete Museum sind Objekte von Wellness und Architektur – Zülpich. In dem vierten Themenbereich Orte der Stille – Klöster und Stifte sind Fotografien von nordrhein-westfälischen Kirchenbauten ausgestellt.
Die Fotografien Thünkers zeigen keine momentane Zeitlichkeit, sondern einen Ausschnitt aus der Unendlichkeit der Zeit. Neben der identitätsschaffenden und erinnernden Qualität der archäologischen Objekte wird so auch ihre ästhetische und emotionale Qualität sichtbar.
Axel Thünker wurde 1958 in Erftstadt-Gymnich geboren und arbeitet seit 1981 als Berufsfotograf. Begonnen hat er als Luftbildfotograf, inzwischen nimmt er in seinen Arbeiten ganz unterschiedliche Perspektiven ein. Für jedes Objekt entwickelt er eine individuell passende Strategie und Komposition.
Thünkers Arbeit ist aufwendig. Bevor er eine Fotografie macht, beschäftigt er sich eingehend mit dem Objekt. Oft legt er mehrmals die meist weiten Wege zurück, um den idealen Moment in der passenden Jahres- und Tageszeit zu finden, um die besondere Magie und die Aura des Objektes einfangen zu können. Er fotografiert mit einer Großbildkamera und auf Dia-Film. Die Methodik seiner Arbeit geht einher mit deren Qualität. Seine Bilder sind keine Zufallsprodukte, sondern exakt geplante und technisch perfekt inszenierte Arbeiten. Sie zeichnen seine besondere "Obsession und seine Qualität“ als Fotografen aus.
Zeitspuren. Axel Thünker – Fotografien, 10. Juni bis 8. August 2010, LVR-Landesmuseum Bonn. Der Katalog zur Ausstellung (Verlag Seemann, 128 Seiten, 82 farbige und 40 s/w Fotos) ist für 12,80 Euro im Museumsshop bzw. für 19,90 Euro als Buchhandelsausgabe erhältlich.
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