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Kabarett - Lena Kißmer

Premiere, Powerdiskussion und Pazifismus

Gegen Krieg und andere Zukunftsängste: Fritz und Hermann in beeindruckender Höchstgeschwindigkeit mit ihrem neuen Programm „Oberwasser“ im Pantheon.


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Mit Höchstgeschwindigkeit und in Topform: Fritz und Hermann
bei der Premiere. (Fotos: Pantheon)

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Die Bonner Kabarettisten Rainer Pause und Norbert Alich (alias „Fritz“ und „Hermann“), die zuletzt mit ihrem Programm „Durchstarten“ ihre Streitlust gestillt hatten, kabbeln sich nun über den „Quatsch“ von heute und morgen.

Dabei reicht ihnen das Wasser bis zum Hals. Die Pink-Punk-Pantheon-Präsidenten haben den kaputten Euro, Griechenland, den Afghanistankrieg, den Atomstreit etc. so dermaßen satt, dass sie sich am liebsten die Gage präventiv in Gold auszahlen lassen würden, gerne einfach so gelassen wie die Japaner wären und am liebsten dennoch abhauen würden.

Stattdessen begeben sie sich mit philosophischen Pirouetten auf imaginäre Weltreise und schubsen damit ihr Publikum oft recht unsanft, doch zumeist charmant zwinkernd in die Realität des globalen Chaos. Spätestens wenn Fritz aufgeregt hektisch und Hermann als Gegenpol dazu ruhig und bedächtig, aber genauso panisch, eine Reisplantage ins Rheinland projizieren und ein Liedchen über die zukünftige Chinesenherrschaft anstimmen, kann der Zuschauer von ihrer herrlichen Grübelei über Absurditäten der Zukunft nicht genug bekommen.

Doch auch die Vergangenheit steht auf ihrem Programm. Mit einer gehörigen Portion Selbstironie machen sie sich selber und gegenseitig zu „menschheitsgeschichtlich hoch interessanten“ Phänomenen im positiven wie negativen Sinne. So wird beispielsweise ganz deutlich, woher Fritz‘ und Hermanns Beharrlichkeit in ihrem Kampf gegen die Ungerechtigkeiten der Welt und des Alltags rühren: Als Rheinländer trägt man den westfälischen Kampfgeist in sich. Das hat eine sehr alte Tradition und außerdem ist es ja so, dass Gene oftmals Jahrhunderte und über Generationen hinweg versteckt bleiben, um dann wieder in Erscheinung zu treten.

Hermann lässt es sich nicht nehmen, Frau Merkel als Opernsängerin darzustellen und trällert ihre Verhaltensweisen in das sich vor Lachen krümmenden Pantheon-Publikum. Natürlich lassen die beiden auch kein gutes Haar an vielen anderen Politikern. „Das Pack“ geht ihnen auf die ...

Mit ihren bunten „Topfpürrees“ musikalisch zusammengemixter Bündel aus unterschiedlichsten Musikrichtungen vom Kinderlied bis zu einer Hip-Hop-Einlage resümieren Fritz und Hermann auf bissigste Art und Weise die jeweiligen Themenabschnitte ihrer Spitzfindigkeiten.

Der Zuschauer darf sich auf ein zweistündiges Pointenfeuerwerk freuen, das er in derartig beeindruckendem Tempo noch nie erlebt hat und vor allem ausdauernde Lachmuskeln erfordert.

Weitere Vorstellungen im Pantheon: 16.7.; 20.-23.7.; 28.-30.9.; 2.+8.10.


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