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Ausstellung - Marie Prescher
Neue Bildwirklichkeiten auf alten Materialien
"Schläft ein Bild in allen Dingen": Das Landesmuseum zeigt Werke von Christoph Pöggeler.
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Vom 22. April bis 13. Juni stellt das LVR–Landesmuseum Bonn Werke des figurativen Malers Christoph Pöggeler aus. Er ist Preisträger des Rheinischen Kunstpreises 2008, der vom Rhein-Sieg-Kreis und dem Landschaftsverband Rheinland zum vierten Mal verliehen wurde. Gegen rund 700 Bewerber setzte er sich durch und gewann neben einem Preisgeld die Einzelausstellung von rund 30 seiner neusten Arbeiten. In seinen Werken setzt er sich mit der Wahrnehmung von Realität auseinander.
Pöggeler wurde 1958 in Münster/Westfalen geboren und studierte an der Staatlichen Kunstakademie in Düsseldorf bei Alfonso Hüppi. Der Künstler, der seine Werke bereits in mehreren Einzel- und Gruppenausstellungen präsentierte, ist Kennern außerdem durch Projekte wie die „Säulenheiligen“ (2001 – 08) bekannt. Er lebt und arbeitet in Düsseldorf.
Den Besucher erwarten Bilder, die den Betrachter dazu herausfordern, zwischen der Realität der Materialien und Gemaltem zu unterscheiden.
Christoph Pöggelers Kunst besteht darin, eine Balance zu finden zwischen dem Stehenlassen von vorhandener Geschichte und dem Hinzufügen von Neuem. Er lässt sich auf die Form und Struktur des Materials mit seinem jeweiligen Charakter ein, beherrscht es nicht. Auch der Betrachter wird eingeladen sich auf diese Geschichten einzulassen – sowohl auf die, die Pöggeler geschaffen hat, als auch auf die, die das Material erzählt.
Pöggeler interessiert nicht ein einzelnes Thema, sondern alles, wie er sagt. Einige seiner Werke zeigen Landschaften, Flüsse im Urwald oder einzelne Bäume. Andere wiederum einen schlafenden Mann auf einer Parkbank oder etwa eine Madonna.
Der Künstler projiziert die gesammelten visuellen Alltagsimpressionen jedoch nicht auf einen beliebigen Untergrund. Das jeweilige Bildkonzept entwickelt Christoph Pöggeler erst beim Betrachten der individuellen Oberfläche. Die Malerei interagiert mit der Geschichte des Objekts. Ziel ist es, so wenig Oberfläche wie möglich zu bemalen.
Das Besondere an Pöggelers Kunst ist die Metamorphose von ursprünglichen Alltagsgegenständen zu Kunstobjekten, ohne die Gebrauchsspuren zu überdecken. So bleibt es möglich, die Verwandlung auch auf umgekehrtem Weg zu verfolgen. Glaubt der Betrachter aus einiger Entfernung ein ganzheitliches Gemälde zu sehen, erkennt er bei näherer Betrachtung, dass nicht alles, was gemalt scheint, tatsächlich auch gemalt ist. Pöggeler zeigt die Ästhetik simpler Materialien und macht sie auf hohem technischem Niveau zu Kunst.
Eine Ausstellung, die den Blick für die Ästhetik von Alltagsgegenständen schärft und dem Besucher die Frage nach dem Realitätsanspruch seiner Wahrnehmung stellt.
Christoph Pöggeler - … schläft ein Bild in allen Dingen, 22. April bis 13. Juni 2010 im LVR–Landesmuseum Bonn, Öffnungszeiten: Di – So 10 – 18 Uhr, Mi 10 – 21 Uhr.
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