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Musik - Christiane Wiegand

Musik und Bilder

Der junge französische Pianist Lorenzo Soulès-Aguilar präsentiert im Collegium Leoninum Werke von Debussy und Mussorgsky.


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Die „Matinée junger Künstler“, die monatlich in Kooperation mit der Musikhochschule Köln im Bonner Collegium Leoninum stattfindet, hat sich zum Ziel gesetzt, aufstrebenden jungen Musikstudenten neben ihrem Studium eine Plattform für Konzertauftritte zu bieten. Neben dem musikalischen Genuss des Publikums liegt ein besonderes Augenmerk der Konzertreihe auf dem Erfahrungsgewinn der jungen Künstler, die so auf eine Tätigkeit als professionelle Musiker nach ihrem Studium vorbereitet werden sollen. Im Rahmen der Veranstaltungsreihe gastierte am vergangenen Sonntag der junge französische Pianist Lorenzo Soulès-Aguilar im Leoninum. Unter dem Motto „Musik und Bilder“ präsentierte er ein Programm mit Werken von Debussy und Mussorgsky, die mit ihren Werkzyklen zu den prominentesten Vertretern der Programmmusik gehören.


Der 17-jährige Nachwuchspianist, der seit dem Wintersemester 2005 mit dem Hauptfach Klavier an der Kölner Musikhochschule studiert, gestaltete eine Auswahl von Stücken aus Debussys „Images“ („Bilder“) mit viel Feingefühl und einer kontrastreichen Dynamik. Die perlenden Melodieverläufe beschworen vor dem inneren Auge des Zuhörers lebhaft die Vorstellung der „Lichtreflektionen im Wasser“ oder der „Fische aus Gold“. Lediglich in den langsameren Passagen fehlte es der Interpretation an der nötigen Spannung, sodass etwa die „Hommage an Rameau“ in Phrasen zu zerfallen schien.


Das Herzstück der Matinée bildete jedoch Modest Mussorgskys weltberühmter Zyklus „Bilder einer Ausstellung“. In der Interpretation der zehn kurzen Stücke, die in Titel und Stimmung jeweils auf ein Gemälde Bezug nehmen, schien Soulès-Aguilar regelrecht aufzublühen. Eindrucksvoll gelang es ihm, das majestätische „alte Schloss“ an seinem Instrument ebenso lebendig werden zu lassen wie den geschäftigen Marktplatz von Limoges oder die furchterregende Hexe Baba-Jaga. Neben der akkuraten Interpretation der zugrunde liegenden Bilder, vermochte der junge Franzose auch auf rein musikalischer Ebene zu überzeugen. Mit angenehm weichem Anschlag gestaltete er Mussorgskys Zyklus als musikalischen Mikrokosmos voller Überraschungen, zusammengehalten durch das in zahlreichen Variationen immer wiederkehrende Thema der „Promenade“.


Allein an seinem Auftreten sollte Lorenzo Soulès-Aguilar noch arbeiten, damit der Karriere als Konzertpianist nichts mehr im Wege steht. Bei seinem Auftritt im Leoninum war seine Unsicherheit im Umgang mit dem Publikum deutlich zu spüren und selbst beim lang anhaltenden Schlussapplaus suchte man vergeblich nach einem Lächeln. Es bleibt zu hoffen, dass der Auftritt in der „Matinée junger Künstler“ sein Ziel erreicht und sein Selbstvertrauen gestärkt hat, denn schämen musste er sich für seinen Auftritt wahrlich nicht.

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