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Kino - Michael Hermann

Maschinelle Weltrettung

Auch im dritten Teil der „Transformers“-Saga wird jede Menge computeranimiertes Kleinholz gemacht.


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Mindestens einmal im Jahr muss im Hollywood-Kino die Welt gerettet werden, vorzugsweise vor Bedrohungen aus dem All. Früher hießen solche Filme Independence Day, Deep Impact oder Armageddon, aktuell gehen Michael Bays Transformers zum dritten Mal ans Werk. Erzählt wird in all diesen Sci-Fi-Streifen eigentlich immer die gleiche Geschichte um bevorstehende Weltuntergänge und couragierte Menschen, die sich dagegen auflehnen. Mit dabei: ein Liebespaar, Freundschaft und Verrat, Rechnungen, die beglichen werden müssen, ein paar fiese Bösewichte und ein Oberbösewicht.

Was sich ändert, ist die Qualität der Spezialeffekte. Die werden von Jahr zu Jahr besser – die Filme nicht unbedingt. Schon nach rund der Hälfte von zweieinhalb langen Transformers-Stunden kommen Ermüdungserscheinungen auf, die auch das technisch hoch entwickelte, computeranimierte Blechgeschredder in 3D nicht zu überwinden vermag, auch wenn sich darunter die eine oder andere imposante, spannende Sequenz befindet.

So austauschbar wie die Plots der Weltretter-Filme sind ihre Hauptfiguren, und es hilft Transformers 3 nicht viel, dass er mit John Malkovich, John Turturro und Frances McDormand Hochkaräter in teils schrägen Nebenrollen (besonders Turturro) vorweisen kann. Ein, zwei Scherze, die den Weltrettern und ihren Helfern gegönnt werden, sind tatsächlich ganz lustig. Aber letztlich dienen Charakterzeichnung und Dialoge ohnehin nur als Beiwerk für die Actionszenen.


Blechkamerad mit Botschaft

Gleichwohl wollen solche Filme auch unbedingt etwas loswerden. Hier bleibt es einem der technologisch den Erdlingen weit überlegenen Blechkameraden von der Fraktion der guten Aliens vorbehalten, die Botschaft von der Freiheit zu verkünden, für die man in den Krieg ziehen muss. Überflüssig zu erwähnen, dass das US-Militär ausschließlich als dein Freund und Helfer vorkommt – und wenig überraschend, dass mit den bösen Aliens unter anderem ehemalige Sowjetkommunisten paktieren. Immerhin ist der menschliche Bösewicht ein US-amerikanischer Opportunist, der mit den Bösen paktiert, weil er glaubt, mit ihnen auf der Gewinnerseite zu stehen.

Das ist wohl auch das Äußerste, was jemand wie Michael Bay an Zivilisationskritik für zumutbar hält. Ansonsten bietet Transformers 3  die erwartbare, patriotisch grundierte Action-Konfektionsware. Mit anderen Worten, eine sichere Gelddruckmaschine. Das Kalkül, dass, wer nur zwei bis drei Mal pro Jahr ins Kino geht, sich von einem solchen Film gut bedient fühlen wird, dürfte aufgehen.

Von der durchaus radikalen 3D-Vision James Camerons in Avatar, die die Überwindung menschlicher Zivilisationsirrtümer postuliert, ist Transformers 3  weit entfernt. Eine Parodie auf Weltretterfilme Marke Transformers könnte wirklich nicht schaden.


Transformers: Dark of the Moon, USA 2011, Regie: Michael Bay, Kinostart: 29. Juni 2011.
 

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