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Musik - Christiane Wiegand
Emotion und Ekstase
Die Preisträger der International Telekom Beethoven Competition kehren nach Bonn zurück. Die drei jungen Pianisten überzeugen mit Werken von Carl Philipp Emanuel Bach, Beethoven, Schumann und Messiaen.
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Einav Yarden, Jordi Bitlloch und Hinrich Alpers sind zurück in Bonn. Zurück in der Stadt, in der alles begann. Im Winter 2009 setzten sie sich hier bei der International Telekom Beethoven Competition gegen zahlreiche Mitbewerber durch, überzeugten im großen Finale in der Beethovenhalle und gaben im Anschluss Konzerte in ganz Europa, Amerika und Asien. Für alle drei war der Preis ein Höhepunkt ihrer noch jungen Karriere.
Dass die drei Nachwuchspianisten zurecht beim Wettbewerb triumphierten, stellten sie am vergangenen Freitag im Kammermusiksaal des Beethoven-Hauses unter Beweis. Neben dem obligatorischen Beethoven standen dabei auch Werke von Carl Philipp Emanuel Bach, Robert Schumann und Olivier Messiaen auf dem Programm.
Die aus Israel stammende 3. Preisträgerin Einav Yarden präsentierte den Bach-Sohn Carl Philipp Emanuel als Vordenker und Wegbereiter der Beethovenschen Musik. Ihre präzise und schwungvolle Interpretationen seines Rondo G-Dur und des Rondo F-Dur stellte die Fortschrittlichkeit der Stücke in den Vordergrund, die nahtlos an die revolutionäre Musik Beethovens anschließt. Ludwig van Beethovens Sonate G-Dur op. 14/2 gelang dynamisch abwechslungs- und spannungsreich, in den staccato-Passagen jedoch ein wenig zu plakativ. In den Elf Bagatellen op. 119 gelang es Einav Yarden auf packende Art und Weise, den unterschiedlichen Charakter jedes einzelnen der kurzen Stücke dieses Mikrokosmos der Beethovenschen Musik heraus zu stellen.
Der zweitplatzierte Jordi Bitlloch präsentierte Beethovens Sonate F-Dur op. 10 Nr. 2 als perfekte Synthese aus emotionaler Tiefe und technischer Perfektion. Dass der junge Franzose nicht nur in der Welt Beethovens, sondern auch in der zeitgenössischen Musik zuhause ist, bewies er mit einer mitreissenden Interpretation zweier Stücke aus den „20 Regards sur l'Enfant Jésus“ von Olivier Messiaen. Wie sehr ihm gerade diese Musik am Herzen liegt, wurde in einer kurzen Einführung deutlich, in der der Publikumspreisträger der Telekom Competition über den Komponisten und sein inniges Verhältnis zum Glauben sprach, den er in den „20 Regards“ auf vielfältige Art und Weise musikalisch verarbeitete.
Während „Première communion de la Vierge“ nach dem atemlosen Staunen der Einleitung im unbändigen Jubel über das Wunder der Empfängnis Marias endet, ist „Regard de l'Esprit de Joie“ pure musikalische Ekstase. Bitlloch machte nicht nur diesen an Wahnsinn grenzende Gefühlsextrem erlebbar, er meisterte auch die enormen technischen Anforderung des Stückes mit Leichtigkeit.
Der 1. Preisträger Hinrich Alpers zollte mit einer emotionalen Interpretation des „Blumenstücks“ op. 19 dem Jubilar Robert Schumann seinen Respekt. Seiner Darbietung mangelte es allerdings stellenweise an Kontur und Präzision. Nicht so bei Beethovens monumentaler Sonate As-Dur op 110. Kontrastreich und mit bewundernswerter Leichtigkeit geriet Alpers Interpretation des Werks zu einem feinsinnigen Gesamtkunstwerk, einem würdigen Abschluss eines Konzertabends auf höchstem Niveau.
Noch in diesem Monat sind Jordi Bitlloch und Hinrich Alpers in der neuen Reihe Piano Plus noch einmal in Bonn zu erleben. Am 17. Mai ab 20 Uhr spielt Bitlloch im Bonner Kunstverein Werke von Bach, Brahms, Debussy und Messiaen. Hinrich Alpers ist dort am 31. Mai mit Werken von Bach, Schumann und Beethoven zu Gast.
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