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Theater - Lea Böttger

Ein Mann und die ganze Welt

In der Premiere von "Verpissen gilt nicht" nach Motiven von "HEAVEN (zu tristan)" von Fritz Kater stellt sich Arne Graeff den Widrigkeiten des Sturm und Drang.


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Arne Graeff in "Verpissen gilt nicht" (Foto:Meike Lindek)

"Verpissen gilt nicht" thematisiert die existenziellen Fragen, die einen jungen Menschen im Zeitalter von Elite und Facebook bewegen. Was soll ich mit dem Leben anfangen, wie soll ich es leben? Es geht um die Frage des Wie und vor allem Wohin, um die Schwierigkeit, angesichts unzähliger Möglichkeiten einen Lebensentwurf zu wagen, sich zu entscheiden und den Schmerz, der mit dem Verlust der anderen Möglichkeiten einhergeht, zu akzeptieren.

Das Publikum ist schon durch das Bühnenbild nah am Geschehen. Der 20jährige Schauspieler erschafft durch seine Präsenz eine durchgängig dichte Atmosphäre, die zu Fragen anregt und den Zuschauer immer wieder auch auf das eigene Leben stößt. Man wird Zeuge eines Lebensgefühls, das durch die pfiffige und mehrdeutige Choreografie in Verbindung mit dem fragmentartigen Text deutlich sicht- und erlebbar wird. Die Interpretation durch Graeff besticht durch die richtige Mischung aus Humor und Tragik. Graeff überzeugt durch hohes inneres Engagement und vollen physischen Einsatz. Hiervon wird das Stück getragen und entfaltet im Wechselspiel von Aktion und Innehalten eine bis zur letzten Minute nicht abbrechende Dynamik.

Während der Premiere spiegelte sich auf den Gesichtern des meist jugendlichen Publikums eine intensive innere Beteiligung wider. Aber auch ältere Semester warendurchaus überzeugt. In Zeiten von Wirtschaftskrisen und Arbeitslosigkeit ist die Frage nach der richtigen Entscheidung im Leben für viele wieder akut und nicht an eine bestimmte Lebensphase gebunden.

Arne Graeff ist seit sechs Jahren im Rahmen von theater ALLYOUNEED als Schauspieler tätig und hat seine künstlerischen Fähigkeiten bisher in vier Produktionen bewiesen. Er selbst ist mit der Thematik des Solostückes beschäftigt: die Entscheidung zum Studium an einer Schauspielschule steht an.

Er will seinem Publikum vermitteln, wie wichtig es ist, sich darüber klar zu werden, wohin es gehen soll.Und das ist ihm in diesem transitorischen Kunstwerk unter der Regie von Sabine Zaluskowski auch überzeugend gelungen.

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