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Bonn passé
Der Stichtag der WocheGeschichte und Geschichten aus Bonn
Wolfgang Guting
Schienen in den Süden
vor 150 Jahren: 11. Oktober 1858
Die durchgehende Eisenbahnlinie von Köln nach Koblenz wird eröffnet.
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Als am 7. Dezember 1835 die Eisenbahnstrecke zwischen Nürnberg und Fürth für den Personen- und Güterverkehr freigegeben wurde, brach für das Verkehrswesen ein neues Zeitalter an. In allen größeren deutschen Städten gründeten sich Gesellschaften, die den Ausbau des Schienenverkehrs zum Zweck hatten. So auch in Bonn.
Hier suchte man zuerst eine Verbindung nach Köln herzustellen. Dazu erhielt die private "Bonn-Cölner Eisenbahn-Gesellschaft" (BCE) am 6. Juli 1840 mit einem Startkapital von 876.000 Talern die Konzession. Am 3. Februar 1844 war es dann soweit: Die dampfgetriebene Lok tuckerte von Bonn über Roisdorf, Sechtem, Brühl und Kalscheuren zum Pantaleonstor in Köln, nach dessen Durchfahrt man auf dem Bahnhof landete, der die Endstation war. Die Bahn war ein großer Erfolg. Breits bis April 1844 konnte man 50.000 Passagiere zählen, im September waren es knapp 81.000.
Natürlich versuchte man das erfolgreiche Unternehmen weiter auszubauen. Als Nächstes stand der Ausbau der Bahn entlang des Rheins nach Süden zur Debatte mit dem Ziel einer durchgehenden Schienenverbindung von Köln nach Koblenz und schließlich weiter nach Mainz. Allerdings standen der Ausführung des Plans mehre Hindernisse im Wege. Die Kölner Bahnreisenden waren zuvorderst daran interessiert, eine Verbindung zu ihren Sommerresidenzen in Godesberg, Mehlem oder Königswinter zu erhalten. Koblenz lag für sie zunächst in weiter Ferne.
In Bonn war dagegen die Streckenführung durch die Stadt Gegenstand erregter Debatten. Um die Schienen vom Bahnhof an der Poppelsdorfer Allee südlich weiter zu bauen, musste die Poppelsdorfer Allee gekreuzt werden. Hier leistete die Universität erheblichen Widerstand, die als Eigentümer der Allee eine Zerstörung der einmaligen Anlage befürchtete. Die Universität legte beim preußischen König Friedrich Wilhelm IV. Protest ein. Der König erwies sich in diesem Fall allerdings als weise, denn er beauftragte den Landschaftsarchitekten Peter Joseph Lenné mit der Gestaltung der Kreuzung. So wurde ein Kompromiss gefunden, der den Weiterbau ermöglichte.
1854 baute die BCE die 13,97 km lange Strecke von Bonn über Godesberg nach Rolandseck. Hatte man anfangs noch angenommen, auch die weitere südliche Ausdehnung der Bahn werde von der "Bonn-Cölner Eisenbahn-Gesellschaft" vorgenommen, so musste man dies alsbald als Irrtum erkennen. Die in Köln ansässige "Rheinische Eisenbahn-Gesellschaft" mit ihrem Präsidenten Mevissen erwies sich als mächtiger. Sie erhöhte ihr Aktienkapital um 24 Millionen Taler, eine Summe, die die BCE unmöglich aufbringen konnte. Die "Rheinische" erhielt in Folge dessen 1856 die Konzession für den Weiterbau und schluckte die BCE zu einem Preis von 1,05 Millionen Taler.
Der weitere Ausbau erfolgte in Etappen. Am 21. Januar 1858 wurde der Abschnitt Rolandseck bis Remagen eröffnet; am 13. Mai 1858 hielten probeweise die ersten Züge in Sinzig, am 17. August 1858 in Netterhaus (Weißenthurm). Die Eröffnung der durchgehenden Bahnverbindung von Köln über Bonn nach Koblenz wurde schließlich am 11. November 1858 gefeiert.
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