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Bonn passé
Der Stichtag der WocheGeschichte und Geschichten aus Bonn
Wolfgang Guting
Museum Koenig wird eröffnet
Vor 74 Jahren: 13. Mai 1934
Das ursprünglich private Forschungs- und Ausstellungsinstitut von Alexander Koenig wird als öffentliches Museum feierlich eröffnet.
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Der Vater Alexander Koenigs, Leopold Koenig (1821-1903), verdiente sein Geld als Zuckerfabrikant in Russland, wo er bereits 1848 seine erste Zuckerfabrik in St. Petersburg kaufte. 1867 zog Leopold mit seiner Familie nach Bonn, wo er entlang der Coblenzer Straße, der heutigen Adenauerallee, einige Grundstücke erwarb. Das Haus, in das die Familie einzog, ist die heutige Villa Hammerschmidt.
Sohn Alexander Koenig (1858 - 1940), noch in St. Petersburg geboren, wuchs in Bonn auf und studierte Zoologie. Sein Hobby war die Jagd und auf zahlreichen Expeditionen trug er eine große Sammlung an Tierpräparaten zusammen. Als er von seinem Vater ein Haus schräg gegenüber der Villa Hammerschmidt geschenkt bekam, ließ er dort 1900 einen Flügel anbauen, in dem er seine zoologische Sammlung unterbrachte. Er hatte jedoch schon Pläne für ein großes öffentliches Museum und 1912 erfolgte die Grundsteinlegung für einen entsprechenden Bau im Stil der Neorenaissance.
Als der Bau Mitte 1914 fertig war, verhinderte der Erste Weltkrieg eine Nutzung entsprechend seiner Bestimmung als Museum. Er wurde zur Unterbringung französischer Besatzungstruppen verwendet, ein Umstand, der noch zu Prozessen zwischen Alexander Koenig und dem Deutschen Reich zur Klärung der Entschädigungsfrage führen sollte. Nicht zuletzt hatte sich auch der Innenausbau des Gebäudes durch die französischen Truppen verteuert.
1929 übergab Alexander Koenig sein Museum der preußischen Regierung, die das Rheinland verwaltete. Bis zu seiner offiziellen Eröffnung am 13. Mai 1934, auf der Alexander Koenig die Festrede hielt, wurde der Bau ständig erweitert. Zu dieser Zeit wurden auch die Sammlungen des Museums ständig vergrößert. So reisten z. B. 1931-1932 der Oberpräparator Korf nach Kleinasien, 1937 - 1938 der Entomologe Johannes Klapperich nach China, 1938 - 1939 Dr. Niethammer nach Südwest-Afrika oder 1938 - 1939 Dr. v. Jordans und Dr. H. Wolf mit dem Präparator Breining nach Bulgarien. Die Reise des Präparators Klapperich nach China sollte das Museum noch länger beschäftigen. 1951 - 1953 gab es diesbezüglich einen Rechtsstreit über die Eigentumsrechte an einer Lieferung chinesischer Insekten.
Währen des Zweiten Weltkriegs wurde der großzügige Bau wieder für militärische Zwecke verwendet. Es wurde eine Luftschutzrettungsstelle eingerichtet und das Personal des S.H.D., des Sicherheits- und Hilfsdienstes im Deutschen Reich, ab 1942 Luftschutzpolizei genannt, dort untergebracht.
Den Krieg überstand das Museum relativ unbeschadet, sieht man von einer Beschlagnahmung der Jagdwaffen des Museums durch die britische Besatzungsmacht einmal ab. Das Gebäude war jedenfalls intakt und stellte somit praktisch den einzig vorhandenen Raum für größere Versammlungen in der Nachkriegszeit dar. So kam es, dass hier 1948 unter Vorsitz von Konrad Adenauer die Eröffnungssitzung des Parlamentarischen Rates stattfand, auf der die Gründung der Bundesrepublik Deutschland vorbereitet und das Grundgesetz erarbeitet wurde. Das Museum wird daher nicht zu Unrecht als "Geburtsort der Bundesrepublik" bezeichnet.
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