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Wolfgang Guting

Joseph Alois Ratzinger bezieht ein Zimmer in Bonn

Vor 49 Jahren: 16. April 1959
Joseph Alois Ratzinger, der jetzige Papst Benedikt XVI., bezieht ein Zimmer im Collegium Albertinum.


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Bereits einen Tag zuvor hatte Joseph Alois Ratzinger seine Lehrtätigkeit an der Universität Bonn aufgenommen. In seinen "Erinnerungen" schreibt er: "Am 15. April 1959 begann ich meine Vorlesungen nunmehr als ordentlicher Professor der Fundamentaltheologie an der Bonner Universität vor einer großen Hörerschar, die mit Begeisterung den neuen Ton aufnahm, den sie bei mir zu vernehmen glaubte."

Ratzinger hatte von 1946 bis 1951 Philosophie und Theologie in Freising und München studiert. 1951 empfing er in Freising die Priesterweihe. 1953 promovierte er mit der Arbeit "Volk und Haus Gottes in Augustins Lehre von der Kirche". Der Promotion folge 1957 die Habilitation mit dem Titel "Die Geschichtstheologie des heiligen Bonaventura".

Bonn war die erste Station in Joseph Ratzingers Laufbahn als Universitätsprofessor. Dabei empfand er die Stadt als durchaus inspirierend: "So kamen Anregungen von überall, zumal ja auch Belgien und die Niederlande nahe waren und traditionell im Rheinland die Türen nach Frankreich hin offen stehen". Ratzinger wurde bei seinen Studenten wegen seiner klaren und direkten Sprache schnell beliebt. Angeblich soll er seine Vorlesungen immer zuerst seiner Schwester vorgelesen haben, die keine Theologin war. Wenn diese die Vorlesungen als gut erachtete, hielt Ratzinger sie auch vor seinen Studenten. Selbst viele Studenten der Evangelisch-theologischen Fakultät sollen in seinen Vorlesungen anzutreffen gewesen sein.

In Bonn pflegte Ratzinger eine Freundschaft mit Heinrich Schlier, einem protestantischen Professor, der 1953 zum Katholizismus konvertierte. Einer seiner weiteren Freunde war der Indologe Paul Hacker, der ebenfalls vom Luthertum kommend zum Katholizismus konvertierte. Mit ihm soll Ratzinger in nächtelangen Diskussionen so manche Flasche Rotwein geleert haben. Von Hacker hatte Ratzinger wohl auch seine fundamentalen Kenntnisse über den Hinduismus, die er gerne in seinen Vorlesungen einfließen ließ. Auch mit dem Gelehrten und Vorbeter in der Bonner Synagoge, Charles Horowitz, verband Ratzinger eine Freundschaft.

Nach seinem ersten Bonner Wohnsitz im Collegium Albertinum, dem erzbischöflichen Theologen-Konvikt des Erzbistums Köln, zog Joseph Ratzinger in ein Haus in der Bad Godesberger Wurzerstraße 11, wo er vom 15. Juni 1959 bis zum 2. Mai 1963 gemeldet war. Von Bonn aus folgte Ratzinger 1963 einem Ruf an die Universität Münster. Am 19. April 2005 wurde er zum Nachfolger von Johannes Paul II. gewählt


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