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Bonn passé

Der Stichtag der Woche
Geschichte und Geschichten aus Bonn
Wolfgang Guting

Hein Mück aus Bremerhaven

vor 114 Jahren: 12. August 1894
In Kessenich wird Karl „Charles“ Amberg (1894-1946), Texter von Liedern der Comedian Harmonists oder von Hans Albers, geboren.


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Hein_Mueck.jpg

Heinrich Soltziem,
Schiffszimmermann,
einer der „historischen“
Hein Mücks

Zurück in die Zeit der Windjammer, genauer in die letzten Tage der großen Segelschiffe. In Bremerhaven liegen noch ein paar wenige dieser prächtigen Schiffe im Alten Hafen vor Anker. Das ist die Zeit des ersten überlieferten Hein Mück. Der Bericht stammt von Kapitän Richard Freese aus dem Jahr 1901: „Mit vierzehn Jahren musterte ich auf der dreimastigen Bark ‚Hanna Heye’ als Schiffsjunge an. An Bord war ein Matrose, der aus Bremerhaven stammte. Dieser begleitete unsere Shanties auf dem ‚Quetschbüdel’, war auch in schwierigsten Situationen immer vergnügt und stets ‚einen im Sinn’, was so viel heißen soll: Er war immer zu Schalk und Schabernack aufgelegt. Bei Schiffsführung und Besatzung stand er in hohem Ansehen. Sein Spitzname war ‚Hein Mück’.“

Hein Mück wurde fortan zum Spitznamen für die Bremerhavener und es gab auch immer wieder einzelne Personen, die mit diesem Namen geehrt wurden. So z. B. Heinrich Soltziem, ein Schiffszimmermann, der sich wegen seines großen Appetits in seinen Essnapf, die ‚Muck’ genannt, stets einen Nachschlag geben ließ.

In den 30er Jahren wurde der Schlager „Hein Mück aus Bremerhaven" mit dem Text von Charles Amberg in der Vertonung von Willi Engel-Berger sowohl von Lale Andersen als auch von Hans Albers interpretiert und im ganzen Land bekannt. Bremerhaven nutzte nun die Bekanntheit der Figur zu Werbezwecken und machte Hein Mück zum Maskottchen. Die Figur mit der Ziehharmonika gibt es als Aufkleber, als Puppe, in Stadtplänen und und und ....

Charles Amberg arbeitete aber nicht nur als Schlagertexter. Er schrieb das Libretto für die Operette „Clivia“ von Nico Dostal zahlreiche Revuen und Filmdrehbücher. Neben „Hein Mück“ ist wohl auch den meisten Bonnern der Schlager „Wochenend und Sonnenschein“ bekannt, ursprünglich von den Comedian Harmonists gesungen, ohne dass sie wissen, dass der Texter einer der Söhne ihrer Stadt ist.

Im Zweiten Weltkrieg war Amberg im KZ Neuengamme interniert. Seine Befreiung und das Ende des Krieges überlebte er nicht lange. Er starb am 16. April 1946 in Berlin.

Hein Mück aus Bremerhaven

Hein Mück aus Bremerhaven
ist allen Mädchen treu,
er hat nur eine feste Braut
und zwanzig nebenbei.
Die eine in Havanna, die andre in Hawaii
und auch in Nagasaki wartet eine Butterfly.
Sein Herz ist groß, das Meer ist weit
und fort ist er so lange Zeit!
Hein Mück aus Bremerhaven
hat bei den Mädchen Glück,
doch seine alte Liebe
ist und bleibt sein bestes Stück.

In den fernsten Zonen,
wo nur Menschen wohnen,
sogar im wilden Feuerland,
kennt man Hein Mück von der Waterkant!
Es ist ein Matrose, mit 'ner weiten Hose,
die Mädchen sind außer Rand und Band,
sehn sie Hein Mück von der Waterkant!
Backbord und Stüerbord,
heut wird's mal wieder groß.
Stürmisch ist die Nacht,
heute ist der Deubel wieder los
Hein Mück aus Bremerhaven
hat bei den Mädchen Glück,
doch seine alte Liebe
ist und bleibt sein bestes Stück.

Auf den blanken Bänken,
in den Hafenschänken,
gerät das Herz so leicht in Brand,
bei unserm Hein von der Waterkant!
Liebensabenteuer kosten oft die Heuer,
und broken down und abgebrannt
geht's dann zurück nach der Waterkant!
Schlagsit nach Stüerbord,
heut war's mal wieder groß,
Stürmisch war die Nacht
und morgen gehts schon wieder los:
Hein Mück aus Bremerhaven
hat bei den Mädchen Glück,
doch seine alte Liebe
ist und bleibt sein bestes Stück.


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