Logo Kultur-in-Bonn.de
Anzeige

Bonn passé

Der Stichtag der Woche
Geschichte und Geschichten aus Bonn
Wolfgang Guting

Der Held von Liverpool

vor 70 Jahren: 1. Dezember 1938
Toni Schumacher zum Siebzigsten.


Anzeige



schumachertoni_t.jpg
Nicht der 1954 in Düren geborene Harald Anton Schumacher ist der eigentliche "Toni", sondern der 1938 in Bonn geborene Anton Schumacher.

Anton verbrachte seine Jugend im Bornheimer Stadtteil Hemmerich, wo er im Alter von neun Jahren Mitglied des SV Blau-Weiß wurde und von Anfang an im Tor stand. Seine erfolgreiche Laufbahn begann 1958, als er im Oktober des Jahres zu TuRa Bonn wechselte. Schon bald hatte er seinen ersten Einsatz in der Kreisauswahl Bonn.

Umtriebig unterwegs war zu jener Zeit Jupp Schmitz. Jupp war nicht nur der Geschäftsführer des 1. FC Köln, sondern auch dessen Talentsucher. Als Fußballverrückter besuchte er zahlreiche Spiele in der Region und wurde so auf Toni Schumacher aufmerksam.

Obwohl der FC mit Fritz Ewert über einen ausgezeichneten Torhüter verfügte, der auch bereits in der Nationalmannschaft eingesetzt worden war, akzeptierte Toni das Angebot von Jupp Schmitz und wechselte zur Spielzeit 1960/1961 nach Köln in die Oberliga West - die Bundesliga gab es da noch nicht.

Als zur Spielzeit 1963/64 die Bundesliga eingeführt wurde, verfügte der 1. FC Köln neben der sportlichen Qualifikation auch über die infrastrukturellen Voraussetzungen, einem Stadion mit mindestens 35.000 Plätzen und einer Flutlichtanlage, um zu den damals 16 Mannschaften der ersten Stunde zu gehören. So wurde der Bonner Toni Schumacher Bundesligatorhüter, wenn auch vorerst nur auf der Bank.

Während seines Reservistendaseins beim FC hatte er es immerhin auf 21 Oberliga- und vier Bundesligaeinsätze gebracht. Die große Stunde schlug in der Saison 1964/65, als Toni zur Nummer eins bei den Kölnern wurde und es auf 23 Bundesligaeinsätze brachte.

Unvergessen sind bis heute auch seine aus dieser Saison stammenden Einsätze im Europapokal der Landesmeister gegen den FC Liverpool. Der FC Köln konnte in beiden Spielen ein 0:0 Unentschieden gegen den britischen Traditionsclub erreichen, wobei Schumacher besonders im Anfield Stadion einen "unhaltbaren" nach dem anderen parierte. Im Entscheidungsspiel in Rotterdam stand es nach 120 Minuten auf tiefen, regengetränkten Boden, mit 2:2 ebenfalls unentschieden. Ein Tor von Heinz Hornig in der Verlängerung wurde nicht anerkannt. So musste die Münze entscheiden. Kurioserweise blieb die Münze beim ersten Wurf senkrecht im Schlamm stecken: Ein zweiter Münzwurf entschied dann für Liverpool als Sieger.

Auch in der folgenden Saison 1965/66 war Schumacher mit 22 Bundesligaeinsätzen der Stammtorwart. Zur Saison 1966/1967 kam dann Milutin Soskic und Schumacher musste wieder auf der Bank Platz nehmen. Toni wechselte 1968 in die Regionalliga West, anschließend nach Belgien zum KV Mechelen, dann zum Bonner SC und schließlich zum Rheydter SV. Hier musste er wegen einer Verletzung an der Schulter die Laufbahn beenden.

Heute wohnt er wieder in Bornheim-Hemmerich, von wo aus der Weg zum Kölner Stadion nicht all zu weit ist.


Diesen Artikel bookmarken:  
twitter.com  facebook.com  Mister Wong  LinkaARENA  StudiVZ.de  MySpace.com  Technorati  oneview  del.icio.us  google.com  YahooMyWeb  live.com  digg.com  MyLink.de  Webnews  YiggIt  Folkd  stumbleupon.com  Reddit  

Artikel per eMail weiterempfehlen
Anzeige

Tagestipps Donnerstag, 17.05.12

Alle Termine einer Veranstaltungsreihe:
Kalenderübersicht >>      Ticketshop >>

Magazin

Themen, Kritiken & Berichte
Kritik: Kino
Der Fischer und seine Frau
„Lachsfischen im Jemen“ hat eine hübsche Grundidee, lässt allerdings einiges von ihrem komischen Potenzial liegen. Regisseur Lasse Hallström lenkt die Geschichte lieber ins sichere Fahrwasser einer romantic comedy. Die gute Besetzung hilft über Schwachstellen hinweg.

Thema: Musik, Kulturarbeit
Festival-Zuschauer mit eigenem Aschenbecher
RHEINKULTUR_2011-kib_01.jpg
Ob Gartenparty oder Musikfestival: Mit dem neuen Wettbewerb Green Spots sucht der Bonner Verein Sounds for Nature Foundation Videoclips zum Thema umweltfreundliches Feiern.

Kritik: Kino
Dick und Doof
In „21 Jump Street“ erleben zwei verdeckt ermittelnde Jung-Cops die Schulzeit noch einmal und stolpern durch die Fettnäpfchen der nächsten Teenager-Generation. High-School-Komödie mit stark schwankender Gag-Qualität.

Kritik: Kino
Kierkegaard und Maradona
„Superclassico“ spielt kurz in Kopenhagen und lange in Buenos Aires. Mit Fußball hat die dänische Komödie nur am Rande zu tun. Ehe-, Scheidungs- und Selbstfindungsprobleme bilden die Folie für eine recht amüsante Geschichte.

Kritik: Kino
Action in Windeln
Robert Rodriguez hat sich mit schrägen Action-Thrillern von „El Mariachi“ bis „Planet Terror“ einen Namen gemacht. Die Zielgruppe seines neuen Films „Spy Kids 4D“ sind indes Kinder und Familien.

Anzeige
Kritik: Kino, Kinder
Erziehung im Wald
Der Bonner Kameramann und Filmemacher Kai von Westerman hat einen Dokumentarfilm über den Waldkindergarten „Laubfrösche“ gedreht – fernab von bürokratischen Fragen und auf Augenhöhe mit den Kindern.

Kritik: Kino
Helden bei der Arbeit
In Joss Whedons Superhelden-Ensemblefilm „Marvel’s The Avengers“ müssen sich recht unterschiedliche Charaktere zusammenraufen, um die Welt zu retten. Streckenweise spektakulär und witzig, aber überlang.

Kritik: Literatur
Jede Tat hat ihre Geschichte
Wilfling-cover.jpg
In seinem zweiten Buch berichtet Josef Wilfling über weitere Fälle aus seiner Berufspraxis als Mordermittler der Münchener Kriminalpolizei.

Kritik: Kino
American Psycho
Eine verstörte junge Frau versucht ihr Leben in den Griff zu bekommen. Das Psycho-Drama „Martha Marcy May Marlene“ lebt von seiner starken Hauptdarstellerin, tischt allerdings auch eine Menge Sekten-Klischees auf.

Kritik: Kino
Unsinkable
Was ist denn hier los? Ein 15 Jahre alter Film kommt in einer 3D-Version wieder ins Kino, und die Vorpremiere am Mittwochnachmittag ist fast ausverkauft.

Anzeige
Anzeige
Anzeige