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Kritik: Theater - 30. April 2009 - Melanie Hahn

„What is to be done?“

Dem LOSt ANGELeS Ensemble gelingt mit der Premiere von „What is to be done?“ ein mitreißend gespieltes und herrlich absurdes Stück über das Leben in den ehemals drei mächtigsten Nationen der Welt.

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Das fast völlig in englischer Sprache inszenierte Theaterstück, welches sich aus Szenen von  „Angels in America“, „Slavs!“ und „A Bright Room Called Day“ zusammensetzt und nach einem politischen Pamphlet von Lenin benannt wurde, erzählt vom Leben in den mächtigen Nationen während drei verschiedener Jahrzehnte: Amerika unter Reagan, Deutschland zur Nazizeit und Russland am Ende des kalten Krieges. Dabei werden viele moralische Fragen zu den Themen Politik, Sexualität und Religion aufgeworfen:

Wie verhält man sich als deutscher Kommunist beim Ausbruch des 2. Weltkrieges? Wie geht man mit einer Krankheit wie AIDS um? Darf man als streng gläubiger, verheiratete Mormone schwul sein und zu seiner Homosexualität stehen? Gibt es den Teufel wirklich, und wenn ja, darf man an ihn glauben? Regnet es nicht genauso, wenn man weiß, wie Regen entsteht? Dies sind nur einige der Fragen, die aufgeworfen werden und auf die in zum Teil herrlich skurrilen Szenen nach Antworten gesucht wird: so z. B. beim Auftritt des Teufels mit Visitenkarte, dem nach Erzählen seiner Autobiographie sogleich eine neuronale Störung diagnostiziert wird.

Etwas aufgelockert wurde das ganze hierbei durch wunderbare Gesang- und Tanzeinlagen der durch und durch als wahres Ensemble auftretenden fantastischen Schauspieler, denen man den Spaß an der Sache deutlich anmerkte. Auch die musikalische Untermalung von Künstlern wie beispielsweise Goldfrapp oder Emiliana Torrini war sehr gelungen, wobei vor allem die “Reise zum Ozonloch“, bei der der gesamte Cast über die Bühne wirbelte, im Gedächtnis blieb.

Abschließend lässt sich festhalten, dass dem LOSt ANGELeS Ensemble mit „What is to be done?“ ein hervorragend gespieltes und nur so vor Ideen strotzendes Theaterstück geglückt ist, das allen politisch interessierten Menschen, die keine Probleme mit der englischen Sprache haben, wärmstens ans Herz zu legen ist.


Weitere Aufführungen:
Do 30. April und Fr. 01. Mai 2009, jeweils um 20.00 Uhr
Theater im Ballsaal


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