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Ausstellung – 26. April 2011 – Almut Stärk
KRITIK

Schnittstelle von Kultur und Natur

Strand bei Noordwijk, 1908, Öl auf Holz, Hamburg, Körber-Stiftung.

Der Chirurg Ferdinand Sauerbruch, 1932, Öl auf Leinwand, Hamburger Kunsthalle.

Der zwölfjährige Jesus im Tempel, Öl auf Leinwand, Hamburger Kunsthalle. (Foto: bpk/Hamburger Kunsthalle/Elke Walford)

Spitalgarten in Edam, 1904, Öl auf Leinwand, Belvedere, Wien.

Selbstbildnis, 1910, Öl auf Leinwand, Hamburger Kunsthalle. (Foto:bpk/Hamburger Kunsthalle/Elke Walford)

Die Bundeskunsthalle bereichert ihre Ausstellung über Max Liebermann mit einem Garten, der dem des Malers nachempfunden wurde.
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Großer Andrang herrschte im Foyer der Bundeskunsthalle bei der Eröffnung der Max Liebermann-Ausstellung, einer Kooperation mit der Hamburger Kunsthalle und zahlreichen Leihgebern im In- und Ausland. Mit über hundert Gemälden des Künstlers vermittelt die Ausstellung einen umfassenden Eindruck von Liebermanns Lebenswerk. Besonderes Highlight ist die Nachbildung von Teilen seines Wannsee-Gartens auf dem Dach der Bundeskunsthalle.

Die Ausstellung will zeigen, dass Max Liebermann (1847-1935) sowohl ein Wegbereiter der klassischen Moderne in Deutschland als auch in ganz Europa war. Dieser hohe Stellenwert, den Robert Fleck, Intendant der Kunst- und Ausstellungshalle, dem Künstler in seiner Eröffnungsrede zuspricht, wurde lange Zeit von der Kunstkritik vernachlässigt – in den 50er, 60er und 70er Jahren geriet der Maler weitgehend in Vergessenheit. Zu Unrecht, wie auch der Künstler Markus Lüpertz findet, der in einem ausführlichen Vortrag Liebermann vorstellte. Sein Werk könne zu jeder Zeit neu verstanden werden.

Die künstlerische Entwicklung Liebermanns lässt sich durch die chronologische Anordnung der Ausstellung gut nachvollziehen: Beginnend mit konventioneller Genremalerei mit Motiven des Landlebens – vorzugsweise aus dem holländischen Raum – verläuft sie über die Porträt- bis hin zur Landschaftsmalerei.

Porträtiert hat Liebermann zahlreiche bekannte Persönlichkeiten der bürgerlichen Gesellschaft seiner Zeit, unter anderem den Industriellen Carl Duisberg, den AEG-Gründer Emil Rathenau und den Schriftsteller Gerhart Hauptmann. Ein gewisser Mut gehörte wohl dazu, sich von Liebermann malen zu lassen, denn er beschönigt nichts. Darüber hinaus sind auch einige der zahlreichen Selbstporträts des Künstlers zu sehen.

Viele seiner Bilder stehen an der Schnittstelle von Kultur und Natur: Sie zeigen Szenen am Strand und in Gartenlokalen oder bürgerliche Freizeitvergnügen wie Reiten und Polospielen. So sind sie auch Zeitdokumente, die einen Einblick in das bürgerliche Leben um die Jahrhundertwende geben.

Zum alleinigen Motiv wird die Natur erst in Liebermanns Spätwerk und  vor allem in den Bildern seines Gartens, den er sich auf seinem 1909 erworbenen Grundstück am Wannsee schuf und der für über zweihundert seiner Gemälde als Motiv diente. Für seine Zeit war dieser Garten modern, weil er nicht dem Trend des englischen Landschaftsgartens folgte.

Über eine Außentreppe gelangt der Besucher auf das Dach der Kunsthalle, wo er sich selbst ein Bild von dem Garten machen kann. Grundelemente der Anlage sind dort nachempfunden, ohne dass es sich um eine exakte Rekonstruktion handelt. Unter anderem kann er die drei Heckengärten „Rosengarten“, „Ovaler Garten“ und „Lindenkarree“ durchwandern – auf einer quadratischen Grundfläche angelegt und von Hecken umgeben, spielen sie mit geometrischen Formen.

Das Ausstellungskonzept der Bundeskunsthalle bietet dem Besucher die Möglichkeit, Liebermann als Maler wirklich kennenzulernen: Die durch die Bilder vermittelte Wirklichkeit des Künstlers wird für den Besucher auf dem Dachgarten direkt erfahrbar.

Max Liebermann: Wegbereiter der Moderne, bis 11. September 2011, Kunst- und Ausstellungshalle.

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