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Ausstellung – 08. Juli 2010 – Lena Kißmer
KRITIK

Rheinlandkunst in beeindruckender Vielfalt

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Auf 3.500 Quadratmetern „leuchten“ im Kunstmuseum Werke der älteren und jüngeren Künstlergeneration der Region.
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Ab dem 10. Juli dürfen Kunstinteressierte in eine ganz besondere Welt der rheinländischen und nordrhein-westfälischen Gegenwartskunst eintauchen. „Der Westen leuchtet“, eines der größten Ausstellungsprojekte in der Historie des Bonner Kunstmuseums, lädt dazu ein, die Arbeiten von insgesamt 33 Künstlerinnen und Künstlern kennenzulernen.

Angefangen bei einer Hommage an Michael Jackson von Isa Genzken, die mit Skulpturen und Wandobjekten auch die Themen Wind und die Erotik der Bewegung behandelt, ist einerseits eine minimalistische Arbeitsweise mit „armen“ Materialien vertreten. Aber auch aufwendigere Projekte wie das von Andreas Gursky, Professor an der Kunstakademie Düsseldorf, werden gezeigt. Gursky hatte es sich mit seinen „Oceans“-Fotografien, die keine wirklichen Fotografien, sondern Satellitenaufnahmen  –  Widerspiegelung der heutigen globalen Wahrnehmung der Welt – sind, zur Aufgabe gemacht, diese digital zu bearbeiten, sodass es zu einer neuartigen Verschränkung des Malerischen mit dem Fotografischen kommt. Die Vielfalt der Themen ist in allen Räumen wahrnehmbar.

Kuratoren und Künstler möchten eine „breit angelegte Standortbestimmung der Kunstlandschaft des Rheinlandes und Nordrhein-Westfalens“ geben – durch die Präsenz historischer, aber auch aktueller Positionen und sich so von früheren NRW- oder Rheinland-Kunstausstellungen abgrenzen.

Die eine Hälfte der beteiligten Künstler, mithin die ältere Generation, wurde von dem Kuratorenteam des Bonner Kunstmuseums ausgewählt und präsentiert ihre neueren Werke. Künstler wie Albert Oehlen, Rosemarie Trockel, Andreas Gursky und Jürgen Klauke fungierten sodann als Mentoren für die beteiligten Nachwuchskünstler, indem sie jeweils eine Person dieser jüngeren Generation vorschlugen. Dieses Auswahlverfahren prägt die Ausstellung insofern, als es die neuen Perspektiven integriert und die „Anerkennung der prioritären Leistung der Künstlerinnen und Künstler" gewährleistet.

Absicht sei es nicht, Einzelarbeiten darzustellen, sondern „ganze Räume“ mit Arbeiten zu beleben, um Entwicklungen sichtbarer zu machen, sagt Intendant Stephan Berg. Jeder Künstler hatte einen eigenen Raum zur Verfügung, dessen Auswahl und Anpassung ganz auf ihn abgestimmt wurde. Dieses individuelle Konzept deckt Parallelen und Unterschiede zwischen den Künstlerinnen und Künstlers besonders auf.

Der Aufbauplan ist harmonisch und aufregend zugleich. Befindet der Besucher sich in einem Raum friedlicher Malerei-Exposition, wird er im nächsten von einer abenteuerlichen und skurrilen Skulptur aus Stahlbeton überrascht, die sogar an einigen Stellen glühend Wärme ausstrahlt und damit trotz ihrer beinahe naturbelassen, schrottartigen Form lebendig und leuchtend wirkt.

Charakteristisch für die Ausstellung ist laut Stephan Berg auch ihre „mediale Vielfalt“. Sie beleuchtet nicht nur die verschiedensten Materialien und Arbeitsweisen der Künstler, sondern umfasst auch die unterschiedlichen Darstellungsweisen und die Individualität der Raumgestaltung.

Einer der Höhepunkte ist daher eine Videoinstallation von Katharina Sieverding, die den Titel „Die Sonne um Mitternacht schauen“ trägt. Das Werk besteht aus mehreren tausend Bildern der Sonne, die sie zu einem Film zusammengeschnitten hat, in dem die vielen Vorgänge des Leuchtens sichtbar werden. „Für mich war der Titel der Ausstellung eine Herausforderung: Ich wollte etwas darstellen, das nicht nur im Westen, sondern global leuchtet.“, erklärt Sieverding ihre Wahl der Sonne als Arbeitsobjekt.

Nachwuchskünstler Gereon Krebber, dessen Künstlerpate Tony Cragg ist, spricht von der „Verführungskraft des Materials“, wenn er abgebranntes Holz für sein Werk „Abgebrannter Stall“ als Material verwendet. Es sei ein Objekt, das zwar nicht mehr leuchtet, aber früher einmal geleuchtet hat.

Die Reichhaltigkeit der Perspektiven und der generationsübergreifende Charakter macht „Der Westen leuchtet“ neben der Quadriennale 2010 in Düsseldorf und dem Jahresfestival Kulturhauptstadt Europa Ruhr. 2010 zu einem formidablen Teil „einer Grand Tour durch die rheinische Kunst- und Kulturszene im Bundesland Nordrhein-Westfalen“, wie das Kuratorenteam das Projekts einordnet.

Die Eröffnungsfeier der Ausstellung findet am Freitag, 9. Juli, statt. Leuchten wird der Westen im Kunstmuseum Bonn dann bis zum 24. Oktober 2010.

Neben einem umfangreichen Rahmenprogramm veranstaltet das Kunstmuseum am Sonntag, 11. Juli, eine Ausstellungseröffnung für Kinder mit Museumsrallye.

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