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Ausstellung – 14. Januar 2013 – Jana Ronzhes
THEMA

Das Geheimnis des Lächelns

Christine Theile: La Tigressa. (Foto: Promo)

Marianne Pitzen: Einmischen und aufmischen. (Foto: Promo)

Marlen Seubert vor ihrer Arbeit: Kleider jener Zeit waren mehr als die zweite Haut. (Foto: Jana Ronzhes)

Tremezza von Brentano: Sieben Frauen (drei nach Tizian). (Foto: Promo)

Ursula Schwirzer: Freunde. (Foto: Promo)

„Wer war Mona Lisa?“ – Das Bonner Frauenmuseum widmet einem der berühmtesten Gemälde der Welt eine großflächige und spannende Ausstellung von zeitgenössischen Künstlerinnen. Und das, obwohl der Maler des Originals ein Mann war.
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Über Mona Lisas Identität wird seit jeher viel spekuliert. Die Forschung befasste sich mit mehreren Theorien, angefangen bei einer der ältesten und immer noch am häufigsten verbreiteten von Giorgio Vasari, der die Kaufmannstochter Lisa del Giocondo in der geheimnisvoll lächelnden Frau sah. Im Jahre 2002 stellte die Kunsthistorikerin Magdalena Soest ihre eigene Theorie vor: Mona Lisa ist demnach niemand anderes als die Renaissancefürstin Caterina Sforza, die schöne Herrscherin, zugleich leidenschaftlich und kaltblütig, von Zeitgenossen „La tigressa“ genannt.

Vor zwei Jahren entstand bei der Kulturjournalistin Heidrun Wirth in Zusammenarbeit mit dem Frauenmuseum die Idee, Künstlerinnen aus ganz Deutschland aufzurufen, sich mit dieser neuen Theorie rund um Sforza auseinander zu setzen. Das Ergebnis wird nun in den Räumen des Museums präsentiert: Über vierzig Künstlerinnen stellen ihre Werke aus, die zeigen, wie aktuell das Thema und wie aufregend der Gedanke ist, dass eine starke, außergewöhnliche Persönlichkeit hinter dem sanften Lächeln der weltweitberühmten Mona Lisa steckt. Die Ausstellung lässt sich der Museumsdirektorin Marianne Pitzen zufolge in drei Aspekte unterteilen: der Mona Lisa von Da Vinci, der Person der Caterina Sforza und der Beschäftigung mit der Zeit und der Kleidung der Renaissance.

Entstanden ist eine vielseitige und gut konzipierte Ausstellung auf zwei Etagen, von Skulpturen über Fotoarbeiten bis hin zur klassischen Malerei. So stellt die in Bonn geborene Künstlerin Maria Giménez zwei Werke vor, die direkt und indirekt das Thema des Tigers, des Raubtiers, mit dem Sforza verglichen wurde, aufnehmen und in eindrucksvollen Farben großflächig präsentieren. „La tigressa“ heißt auch das Werk von Christine Theile, welches eine verschleierte junge Frau darstellt, die, mutig und selbstbewusst, mit einem Smartphone das Geschehen vor ihren Augen filmt. Ein Hinweis auch auf die aktuelle Situation in Krisenländern, wo sich junge Menschen in Gefahr bringen, um der Welt von den Unruhen und Menschenrechtsverletzungen in ihrem Land zu berichten. Die Aktualität der verschleierten mutigen Frau zeigt auch das emanzipierte, selbstbewusste Wesen der Caterina Sforza.


Mit Goldschlägerhäutchen und Lammdarm


Eine andere Herangehensweise an das Thema stellt die Künstlerin Marlen Seubert vor, die zwölf Zeichnungen und zwölf auf Drähte gespannte Kleider präsentiert. Interessant hierbei ist das Material, denn Marlen Seubert arbeitet mit Goldschlägerhäutchen und Lammdarm und greift hierdurch das Thema der Kleidung als eine zweite Haut auf, weist aber auch auf Sforzas angebliche Angewohnheit, selten ein Kleid zweimal getragen zu haben, hin. Die Künstlerin benutze ungefähr 100 bis 120 Meter Darm pro Kleid und arbeitete insgesamt über drei Monate an ihrem Werk, das sich nun zusammen mit vielen eindrucksvollen und unterschiedlichen Interpretationen im Frauenmuseum betrachten lässt. Darunter ebenso ein Werk der Museumsdirektorin selbst, die sich dieses Mal auch als Künstlerin präsentiert.

Dabei vermittelt die Ausstellung nie den Eindruck, ein vielleicht schon viel zu oft besprochenes und bearbeitetes Thema der Mona Lisa abermals aufzugreifen und zu benutzen; vielmehr präsentiert sie sich selbstbewusst und sehenswert als eine eigenständige Interpretation des Themas. „Die weibliche Schönheit steht bei Da Vinci im Vordergrund. Da machen wir sehr gerne als Frauenmuseum eine Ausnahme und nehmen das Werk eines männlichen Künstlers als Thema“, so Pitzen. Doch das Spannende ist, dass nicht Da Vincis Mona Lisa hierbei im Mittelpunkt steht, sondern das Werk der jeweiligen Künstlerin.


Wer war Mona Lisa? – 13. Januar bis 10. März 2013, Frauenmuseum Bonn, Öffnungszeiten: Di. bis Sa. 14 – 18 Uhr, So. 11 bis 18 Uhr.

Veranstaltungsprogramm:
Sonntag, 3.2., 15 Uhr: Lesung und Diskussion mit Magdalena Soest

Freitag, 22.2., 19 Uhr: „Von Angesicht zu Angesicht“ – ökumenischer Frauengottesdienst

Sonntag, 17.2., 15 Uhr: Buchvorstellung „Rümisch Roulette“ (Vatikan-Skandal) durch den Autor JeAndré

Sonntag, 10.3., 15 Uhr: Finissage der Ausstellung. Dr. Andrea-S. Végh: Vortrag über Künstlerinnen der Renaissance. Tänze der Renaissance.

Kinderprogramm:
Fälscherwerkstatt „Mona Lisa“. Führung und Workshop zur Ausstellung. Nach einer Führung malen die Kinder „echte Fälschungen“ der Mona Lisa.

Für Gruppen: Kursdauer ca. 2 ¼ Stunden, Termin nach Absprache. Für Kinder ab 8 Jahren. Kosten für Gruppen von 10 bis 20 Kinder: 3€/Kind

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